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12. Kapitel

 

 Die Teufelsschlucht

 

 

 

 

 

Die Sonne ging gerade unter und der ganze Himmel war in ein leuchtendes Rot getaucht. Unsere Freunde waren nach einer kurzen Schlafpause gerade wieder aufgestanden und blickten gebannt auf den Himmel. Im Hintergrund waren spielende Kängurus zu sehen und alles wirkte friedlich und harmonisch.

 

„Genau der richtige Tag um die Welt zu retten,“ stellte Elfriede fest.

 

Professor Hurry hatte gerade mit Pooku gesprochen und kam nun auf die Freunde zu.

 

„Good news my friends - gute Neuigkeiten, meine Freunde, wir brauchen nicht zu Fuß zu gehen.“

 

„Natürlich nicht, wir nehmen den Jeep,“ warf Rosie ein.

 

„Nonsense - Unsinn! Die Hexen würden uns meilenweit hören. Pooku hat eine Idee und zwar nehmen wir Kängurus. Sie sind zahm und kriegen oft Futter von ihm und seinen Stammesleuten. Pajima kennt die Kängurusprache und hat den Tieren erklärt, worum es geht. Sie sind einverstanden und werden uns hin- und zurücktragen.“

 

Nun kam auch Pajima, gefolgt von 9 Kängurus.

 

„Nur neun Tiere“, fragte Bernie erstaunt, „will Pajima nicht mit uns kommen? Sie kann sich doch mit den Kängurus verständigen.“

 

„Pajima will auch mitkommen, wenn ihr nichts dagegen habt“, erklärte Professor Hurry. „Doch ich bleibe hier. Mit meiner verletzten Hand werde ich euch nicht helfen können. Das einzige, was ich machen kann, ist, euch ein Funkgerät mitzugeben und am Empfangsgerät zu bleiben. Wenn ihr Hilfe braucht, werde ich tun, was ich kann.“

 

Unsere Freunde waren einverstanden und stiegen in die Bauchtaschen der Kängurus ein. Zuerst hüpften die Tiere einige Male im Dorf herum, damit die Kinder sich an sie gewöhnen konnten.

 

„Berta, wie geht es dir?“ rief Elfriede.

 

„Wie gut, dass es hier keine Sahnetorte mit Schlagsahne zum Nachtisch gab, sonst müssten wir jetzt das arme Känguru sauber machen...“

 

Alle lachten und Pajima setzte sich mit Elfriede an die Spitze und der Ritt in die Abendsonne begann. Wer schon einmal auf einem Pferd geritten ist, kennt dieses Auf und Ab beim Reiten, doch bei einem Känguru ist es noch viel stärker, denn diese Tiere springen recht hoch und weit. Das ist auch die beste Methode, durch den tiefen Sand zu kommen. Die Sonne war inzwischen am Horizont verschwunden und die ersten Sterne wurden sichtbar. Nachdem sie eine Zeitlang in nördlicher Richtung geritten, oder besser gesagt, gehüpft waren, machten sie eine Rast.

 

„Uih, seht mal, so viele Sterne habe ich noch nie gesehen!“

 

„Genau vor uns ist das Sternbild der Waage, Rosie“, erklärte Pajima. „Die ganz hellen Sterne darüber gehören zum Bild des Skorpions. Es sieht so aus, als wollten sie uns den Weg zeigen.“

 

„Ich glaube, diese Sternbilder kann man bei uns nicht sehen,“ meinte Bernie.

 

„Wie weit mag es noch sein?“ wollte Berta wissen. „Mir ist im Moment gar nicht so gut.“

 

„Noch eine Stunde in nördlicher Richtung, dann sind wir da.“

 

Stöhnend stieg Berta wieder in den Beutel ihres Kängurus und der letzte Teil der Reise begann.

 

Nach einer Weile wurde der Weg steiniger und es ging auf eine Anhöhe zu. Nach und nach wurden im schwachen Schein der Sterne ein paar Felsen sichtbar, die links und rechts des Weges lagen.

 

„Pajima, wie sollen wir in der Dunkelheit den Weg finden?“ fragte Jennie.

 

„Keine Sorge, in ein paar Minuten wird der Mond aufgehen. Wir werden gleich die Kängurus zurücklassen und zu Fuß weiter gehen. Es ist zu steil für die Tiere und außerdem können wir mit ihnen im Mondlicht leichter gesehen werden.“

 

„Das bedeutet, wir müssen den Rest des Weges schleichen?“

 

Pajima nickte und ließ ihr Känguru anhalten. Sie stieg aus und sagte etwas zu dem Tier.

 

„Es soll mit den anderen hier auf uns warten, wir gehen nun in die Teufelsschlucht.“

 

Noch während sie das sagte, stieg vor ihnen am Horizont der Mond auf. Während alle damit beschäftigt waren, ihre Kleidung zu ordnen und die Schuhe für den Abstieg fester zu binden, starrte Rosie mit großen Augen auf den immer höher steigenden Mond.

 

„Der liegt ja auf dem Rücken!“

 

Bernie lachte und erklärte: „Wir sind auf der anderen Seite der Erde, von hier aus sieht es aus, als ob der Mond auf dem Rücken liegt.“

 

Rosie starrte noch immer fasziniert auf den Mond.

 

„Du solltest nicht so lange ins Helle gucken, sonst siehst du im Dunkeln nichts mehr.“

 

Pajima hängte ihre kleine Tasche über die Schulter und der Abstieg begann. Vorsichtig setzten unsere Freunde einen Fuß vor den anderen. Das Eingeborenenmädchen ging vorweg, denn schließlich kannte sie sich in diesem Teil der Welt am besten aus. Hin und wieder gab sie Zeichen stehen zu bleiben und lauschte. Es lagen Geräusche in der Luft, die unsere Freunde noch nie gehört hatten.

 

„Halt, da vorne ist eine Schlange!“ Pajima blieb stehen und nahm einen Stock, der am Wegesrand lag.

 

„Ich kann keine Schlange sehen,“ meinte Elfriede und schloss zu Pajima auf.

 

„Meine Augen können hier besser sehen als euere. Außerdem kann ich die Schlange riechen.“

 

Elfriede sah sie erstaunt an. Welche Fähigkeiten manche Menschen doch besaßen! Es dauerte eine Weile, bis die Schlange scheinbar verschwunden war und sie weitergehen konnten. Immer wieder knackte es links und rechts in den Büschen am Wegrand. Allen lief ein kalter Schauer über den Rücken und dann....

 

„Seht!“ raunte Pajima und zeigte zum Himmel. Es sah zunächst wie ein großer, schwarzer Vogel aus und Dr. Einstein duckte sich vor Schreck. Nach einer Weile konnte man es erkennen: ein Hexe flog durch den Nachthimmel! Deutlich sahen alle, wie die Hexe in das Tal hinunterflog und verschwand.

 

„Es kann nicht mehr weit sein,“ flüsterte Elfriede. Plötzlich stellte sich ihnen etwas in den Weg.

 

„Ein Bär!“ kreischte Berta und Jennie hielt ihr schnell den Mund zu, bevor sie weiter schreien konnte.

 

„Ein Wombat“, erklärte Pajima. „Es ist nur ein Wombat. Er hat Hunger, aber er ist ein Pflanzenfresser und wird uns nichts tun.“

 

Erleichtert gingen unsere Freunde weiter, der Wombat schnüffelte und blieb am Wegrand stehen. Als Elfriede sich nach einiger Zeit umblickte, sah sie den Wombat immer noch. Er folgte ihnen wie ein Hund.

 

„Sag mal, sind die Wombats immer so anhänglich?“ fragte sie Pajima.

 

„Nein, sie sind eher scheu, es sei denn... hat jemand dem Tier etwas zu Fressen gegeben?“

 

Alle sahen einander an, nur Rosie war intensiv damit be-schäftigt, die Sterne zu beobachten.

 

„Sie hat ihm ein Stück Schokolade gegeben, ich hab`s genau gesehen!“

 

„Eine alte Petze bist du, Berta, damit du das mal weißt!“

 

„Na und, wenn du dich nicht traust!“

 

„Ich traue mich schon, meine liebe Berta, ich wollte es gerade sagen.“

 

„Wem wolltest du es sagen, allerliebste Rosie, den Sternen etwa?“

 

„Nun hört mal auf zu streiten“, stöhnte Pajima, während Elfriede grinste. „Es ist nur so: wenn man einen Wombat füttert, dann folgt er einem. Die Tiere sind sehr anhänglich.“

 

„Wombat-allerliebster!“

 

„Dr. Einstein, halt du dich da bitte raus“, kicherte Elfriede. „Es reicht schon, dass wir so ein Pelztier mit zu den Hexen schleppen müssen!“

 

„Wenn alle ihre Geschichte erzählt haben, können wir dann endlich wieder leise schleichen?“ fragte Pajima genervt.

 

Es ging weiter durch die dunkle, unheimliche Landschaft. Der Weg beschrieb eine leichte Kurve nach links und es zeigte sich, wie gut es war, dass Pajima mitgekommen war. Sie hatte keine Mühe, sich in dieser Umgebung zurechtzufinden. Plötzlich gab sie das Zeichen zum Anhalten; sie hob ihre linke Hand. Vor ihnen war der Weg zu Ende, ein mächtiger Abgrund versperrte ihnen den Weg.

 

Langsam krochen unsere Freunde an den Rand des Abgrunds und sie sahen, dass sie am Ziel waren: der Treffpunkt der Hexen! Riesige Feuer loderten dort unten, das hässliche Lachen der Hexen war deutlich zu hören. Die Kinder spürten, wie sich ihnen die Nackenhaare sträubten. Es waren weit mehr Hexen als sie angenommen hatten. Nun war aber auch genau zu sehen, was sich dort abspielte. Die Feuerstellen waren rundherum um ein Loch im Erdboden angeordnet. Die Hexen standen im Kreis um das Loch und hielten ihre Zauberstäbe in die Tiefe. Durch die vereinte Zauberkraft wurde das Loch tiefer und tiefer.

 

„Das wird der Tunnel zum Zauberwald!“ keuchte Elfriede entsetzt, „wenn der fertig ist, können wir nichts mehr machen.“

 

„Dann müssen wir schnell zuschlagen, aber wie?“ fragte Bernie. Elfriede wollte gerade etwas entgegnen, als sich die Ereignisse überschlugen. Rosie nieste plötzlich und alle schauten sie erschrocken an. Auch die Hexen hatten es gehört und ihr Gelächter verstummte mit einem Schlag. Der Wombat erschrak durch das Niesen so sehr, dass er den Halt verlor und den Abgrund hinunterstürzte. Er rollte auf die laut kreischenden Hexen zu und Elfriede sah ihre Chance gekommen.

 

„Wir könnten Verstärkung gebrauchen.“ Sie sah Pajima an. Das Eingeborenenmädchen stieß einen Pfiff aus und zog ein Stück Holz aus ihrem Gürtel.

 

„Die Kängurus boxen gerne und mein Boomerang leistet auch gute Dienste im Nahkampf!“

 

Elfriede nickte begeistert. „Bernie, lass mal ein paar Kracher los!“

 

Das ließ sich der Junge nicht zweimal sagen. Jennie gab ihm Feuer und der erste Feuerwerkskörper flog in den Abgrund.

 

Dann flog der nächste, dann noch einer und in das Explodieren der Knallkörper mischten sich entsetzte Schreie der Hexen. Nun kamen auch die Kängurus angelaufen.

 

„Zum Angriff!“ rief Elfriede und sprang den Abhang hinunter. Alle folgten ihr, wobei die Kängurus besonders geschickt den steilen Weg nach unten meisterten. Flink sprangen sie hin und her, bis sie bei den Hexen angekommen waren. Während Böller und Heuler neben ihr krachten und heulten, sah Elfriede, dass Pajima mit ihrem Boomerang schon mehrere Hexen getroffen hatte. Es war faszinierend zu sehen, wie das krumme Stück Holz durch die dunkle Nacht flog, eine Hexe traf und dann wieder zu dem Aboriginemädchen zurückkehrte. Zunächst waren die Hexen zurückgewichen, doch nun griffen sie wütend an. Eine packte Rosie und wollte sie in das tiefe Loch werfen, doch der Wombat ließ es nicht zu. Mit aller Kraft biss er der schwarz gekleideten Gestalt in die Wade. Eine andere versuchte, mit einem Knüppel Bernie zu erwischen, doch der sprang immer wieder schnell zur Seite. Den Kängurus schien es sogar Spaß zu machen. Eine Hexe nach der anderen flog durch die Luft, als sie versuchten, die Tiere anzugreifen.

 

„Dr. Einstein, versuch ihnen die Zauberstäbe wegzunehmen!“

 

„Einstein-ist-fertig-zum-Start!“

 

Die Hexen waren so sehr beschäftigt, dass sie nicht merkten, dass der kleine Wellensittich einen Zauberstab nach dem anderen stibitzte und sie in ein nahe gelegenes Gebüsch brachte. Als Elfriede sah, dass eine Hexe nach der anderen floh, wusste sie, dass der Kampf gewonnen war.

 

„Schnell, holt die Zauberstäbe hervor und werft sie alle ins Feuer,“ rief Elfriede. „Danach müssen wir machen, dass wir wegkommen!“

 

Ihre Freunde beeilten sich so schnell es ging und nach wenigen Minuten befanden sie sich auf dem Rückweg. Sie stiegen in die Kängurus und nun zeigte es sich, welch geschickte Kletterer diese Tiere waren. Mit letzter Kraft erreichten sie den Rand des Abgrunds.

 

Oben angekommen hielten sie an und sahen nun, was sich dort unten abspielte. Gewaltige Feuersäulen stiegen empor und

 

faulige Dämpfe erfüllten die Luft. Genau das hatte Elfriede erwartet. Alles Böse und Schlechte in den Zauberstäben verbrannte nun in den Flammen.

 

Pajima schnalzte laut mit der Zunge und mit großen Sätzen jagten die Kängurus zurück zum Dorf der Aborigines. Als sie ankamen, waren alle Dorfbewohner vor ihren Hütten versammelt. Jeder hatte das Spektakel aus der Ferne sehen können und unsere Freunde wurden mit lauten Jubelrufen empfangen. Professor Hurry sah völlig erschöpft aus, er hatte Höllenangst um die Kinder gehabt. Er umarmte immer wieder ein Kind nach dem anderen. Doch als er versehentlich ein Känguru umarmte und ihm einen Kuss gab, flog er ein paar Meter durch die Luft.

 

„Kängurus mögen keine Küsse,“ lachte Pajima und half ihm wieder auf die Beine.

 

Nun folgte eine Feier, wie es sie noch nie in dem Dorf der Aborigines gegeben hatte. Während die Aborigines ihre Tänze vorführten, nahm Pooku ein langes Stück Holz, hielt es an den Mund und ein langer, tiefer Ton war zu hören. Rosie sprang entsetzt auf und rannte gegen einen Eukalyptusbaum. Stöhnend stand sie auf: „Was ist denn das für ein entsetzlicher Ton?”

 

Der Profdok lachte und antwortete: „Das ist ein Didgeridoo, ein Instrument aus Bambus.”

 

Rosie rieb sich den Kopf.

 

„Wieso heißt das Dick und Doof?”

 

Nun konnte sich keiner mehr vor Lachen halten, also stand Pooku auf und erzählte die Geschichte dieses merkwürdigen Instruments: „Vor urlanger Zeit ging ein Ureinwohner durch das Land, um Holz für sein Feuer zu sammeln. Um das Holz zu transportieren hatte er sich einen Korb auf den Rücken gebunden und legte dort die Zweige und Äste hinein. Als er durch eine Schlucht kam, durch die der Wind blies, hörte er einen seltsamen dumpfen Ton: Wrrrrooooouuummm. Er war erschrocken und dachte ein Geist hätte sich in einen hohlen Ast verfangen. Um ihn zu befreien, blies er in den hohlen Ast. Dabei erklang dieser Ton wieder. Nun dachte er, der Geist spreche zu ihm und so spielte er weiter und weiter.”

 

So erfuhren unseren Freunde in dieser Nacht noch viele andere Geschichten. Es dauerte fast die ganze Nacht und erst, als die Sonne langsam wieder aufging, legten sich auch die letzten zum Schlafen nieder.

 

 

 

Am nächsten Tag wurde es Zeit, Abschied zu nehmen. Unsere Freunde beschlossen, zunächst wieder zurück zur Ranch des Professors zu fahren. Pajima schenkte Elfriede ihren Boomerang und fragte: „Wie werdet ihr denn nun wieder nach Hause kommen?“

 

Elfriede senkte nachdenklich den Kopf und erzählte ihrer neuen Freundin von dem Zauberfläschchen und dem fehlenden Stöpsel. Pajimas Augen blitzten kurz auf, sie griff in ihre Tasche und zog etwas hervor.

 

„Meinst du diesen Korken? Ich habe ihn bei dem Kampf mit den Hexen gefunden und dachte erst, er würde den Hexen gehören!“

 

Überglücklich nahm Elfriede den Stöpsel in Empfang und rannte zu ihren Freunden, um ihnen die gute Neuigkeit mitzuteilen.

 

„Sagt mal, wo steckt denn Dr. Einstein?“ Bernie und die anderen sahen sich um, doch der Vogel war nirgends zu sehen. Bernie stieg wieder aus dem Jeep, in den er schon eingestiegen war und rief so laut er konnte: „Einstein! Wo steckst du?“

 

„Ich glaube,“ meldete sich Pooku, „ich habe gesehen, dass er zur nahgelegenen Wasserstelle geflogen ist. Wahrscheinlich wollte er etwas trinken.“

 

Unsere Freunde liefen so schnell sie konnten durch das Dorf, hin zu dem kleinen Tümpel. Dort angekommen, sahen sie sich genau um. Schließlich fanden sie ihren Freund. Er saß mit mehreren Wellensittichen zusammen in einem hohen Baum und schnatterte aufgeregt.

 

„He, Dr. Einstein, es geht los. Wir warten auf dich!“

 

Sofort flog einer der Vögel auf die Kinder zu und setzte vor ihnen auf den Boden.

 

„Einstein-bleibt-hier. Einstein-hat-seine-Familie-gefunden.

 

Tschüß-und-bye-bye, allerliebste-Freunde!“

 

Etwas ratlos gingen unsere Freunde zurück durch das Dorf zum Jeep.

 

„Es ist wohl auch besser, wenn er hier bleibt,“ meinte Daisy. „Er hat seine Familie wiedergefunden.“

 

„...und ich kann mein Versprechen halten, denn ich habe meinem Papi gesagt, dass der Vogel nur eine Woche bei uns bleibt, “ fügte Elfriede hinzu.

 

Nachdem sie auf der Ranch noch etwas Maisbrot gegessen hatten, sagte Professor Hurry zum Abschied: „Good-bye - Auf Wiedersehen, meine Freunde. Grüßt bitte meinen Bruder in seinem komischen Leuchtturm. Sagt ihm, ich werde nächstes Jahr ganz bestimmt zu Besuch kommen. Dann sehen wir uns alle wieder....“

 

Die letzten Worte hörten unsere Freunde nur noch ganz leise, denn Elfriede hatte schon in freudiger Erwartung auf ihr Zuhause den Stöpsel auf das Zauberfläschchen gesteckt. Auf einmal war alles in einen dichten Nebel getaucht, die Welt schien sich zu drehen. Immer schneller und schneller. Nach und nach lichtete sich der Nebel, das Drehen hörte auf und sie waren wieder in ihrem geliebten Zauberwald.

 

„Wenn ihr mich fragt,“ meinte Rosie, „ich werde die nächsten drei Tage erst einmal durchschlafen.“

 

„Naja, jeder macht eben das, was er am besten kann...“

 

„Was, bitte schön, meinst du damit, meine liebe Berta?“

 

„Zufällig weiß ich, allerliebste Rosie, dass du eine Langschläferin bist!“

 

„Ach ja, und weißt du, liebe Berta, was ich weiß? Zum Beispiel weiß ich genau...“

 

„Aufhören, aufhören,“ lachte Jennie. „Man merkt doch gleich, dass wir wieder zu Hause sind.“

 

„Genau,“ fügte Bernie hinzu. „Wenn sich Schweine streiten, sind sie glücklich.“

 

„Seht doch einmal, überall wächst Knoblauch! Die Knollen sind wunderbar gewachsen. Wenn ihr mich fragt, hier traut sich so schnell keine Hexe mehr hin,“ lachte Elfriede.

 

Dann gingen alle gemeinsam auf dem kleinen Pfad zur Bushaltestelle. Heute waren sie die glücklichsten Kinder dieser Welt.

 

 

 

 

ENDE