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Kapitel 4

Planungen I

Der Bürgermeister war genervt. Nicht nur, dass er in seinem Schlaf gestört worden war, nein, er musste sich wütende Beschimpfungen anhören. Seufzend legte er das Telefon auf und überlegte, was er tun sollte. Der oberste Polizeihamster und der Bürgermeister von Hamsterhusen hatten sich soeben beschwert, dass in einer nächtlichen Aktion riesige Mengen von Müll aus Hamsterhausen in den Dorfteich von Hamsterhusen gekippt worden waren. Das würde ein Nachspiel geben, dachte er und gab einem kleinen Botenhamster den Befehl, sofort den Schichtführer Dodo samt Assistenten kommen zu lassen. Sein Blick fiel auf die Zimmerdecke, durch die er den blauen Himmel sehen konnte. Solange kein heftiger Regen einsetzte, war es recht angenehm, an der frischen Luft zu sitzen. Er nahm sich fest vor, demnächst mit Bauleiter Murksel über die Reparatur des Rathauses zu sprechen. Dann setzte er sein Nickerchen fort.

Laute, schwere Schritte vor seiner Tür rissen den Bürgermeister nach einigen Minuten erneut aus dem Schlaf. Blinzelnd schaute er zur Tür und richtig, im nächsten Moment klopfte es. Gerade, als er 'herein' sagen wollte, zerbarst die Tür, und Holzteile flogen durch die Luft. Entsetzt starrte er auf Dodo, der von Goldi und Trampel begleitet wurde. Der Bürgermeister blickte mit offenem Mund auf die zerschmetterte Tür und hörte Goldi sagen:

"Warum hast du Idiot denn die Tür eingetreten?"

"Weil das da stand", entgegnete Dodo erstaunt.

"Was stand da?" fragte Goldi nicht minder erstaunt.

"Naja", druckste Dodo, "da steht doch: 'Bitte klopfen und eintreten'. Genau das habe ich gemacht!"

Der Bürgermeister starrte weiterhin auf die kaputte Tür, dann glitt sein Blick langsam zu Dodo.

"Was gibt es, Herr Bürgermeister, ich habe nicht viel Zeit."

"Äh", krächzte der Bürgermeister, "ich, äh". Dann starrte er wieder auf die Tür und fuhr fort:

"Wer hat den Müll in den Dorfteich von Hamsterhusen gekippt?"

"Dorfteich? Ach deshalb hat es so geplatscht", antwortete Dodo und duckte sich ängstlich.

"Ich habe gleich gesagt, dass das nicht gut ist", jammerte Trampel.

"Goldi hat gesagt, das ist egal", wimmerte Dodo, "er hat gesagt, Hauptsache, wir sind den Schrott los."

"Wir tun das auch nie wieder!" heulten nun Dodo und Trampel im Chor.

Dem Bürgermeister wurde die Sache langsam peinlich. Aber er musste Führungsstärke zeigen und den Verantwortlichen irgendwie bestrafen, sonst würden ihn alle für einen haltlosen Schwächling halten, der seine Leute nicht im Griff hatte.

"Äh, Goldi, äh, was machen wir denn nun?"

"Wir schicken Freikarten für den Pleasure-Dome, dann freuen sie sich."

"Eine ausgezeichnete Idee, mein lieber Goldi. Ich werde gleich den obersten Polizeihamster und meinen Kollegen, den Bürgermeister anrufen und ihm und seinen Leuten die freudige Botschaft übermitteln. Das bedeutet natürlich, dass die Arbeiten am Pleasure-Dome mit Hochdruck fortgesetzt werden müssen, meine Herren! Wie ich immer zu sagen pflege..."

"Kommt Leute, das war es dann ja wohl", brummte Goldi und verließ das Büro des Bürgermeisters. Dodo und Trampel folgten ihm, so schnell sie konnten.

"Und was machen wir jetzt?" fragte Dodo, als sie wieder auf dem Marktplatz standen.

"Zeit, zu futtern!" rief Goldi - nahm den großen Rucksack ab, den er schon die ganze Zeit mit sich herumgeschleppt hatte und setzte sich mitten auf den leeren Marktplatz.

Dodo und Trampel wollten sich gerade neben ihn setzen, als Flecki, Tati und Teeblättchen mit einer großen Papierrolle angelaufen kamen.

"Die ersten Entwürfe sind fertig", riefen sie aufgeregt, "hier, schaut mal her!"

Goldi stopfte schnell zwei Brötchen in seine Backen und trat näher.

"Toll, ganz viele Fressbuden", freute er sich kauend, als er einen Blick auf den inzwischen ausgebreiteten Plan warf.

Ein vernichtender Blick traf ihn.

"Das sind Bastelshops und Viktualienstände", erklärte Flecki. "Im oberen Bereich gibt es nichts zu essen. Im unteren Bereich gibt es einen vegetarischen Imbiss und daneben Süßwaren. Nimm deine Fettfinger vom Papier!"

Schnell zog Goldi die Pfote zurück.

"Zwei Karussells?" fragte Trampel erstaunt.

"Nur eines. Das eine ist eine Mondrakete, die habe ich mit Bauleiter Murksel irgendwann mal entworfen", entgegnete Goldi und nahm sich zwei weitere Brötchen aus seinem Rucksack. "Das andere ist ein Turbokreisel.“

"Turbokreisel?" keuchte Trampel entsetzt. "Ist das nicht zu gefährlich?"

"Ist doch bloß ein ganz normales Karussell, nur etwas schneller", antwortete Goldi kauend und schmatzte dabei genüsslich. "Das Geniale dabei ist, dass es mit einem Autoscooter kombiniert ist."

"Und der Erholungspark, was kann man da machen?"

"Fleckis Idee", antwortete Goldi und rülpste, da er soeben mit dem Essen fertig war.

"Im Winter soll da die Schlittschuhbahn hin", erklärte Flecki und zeigte auf die Wasserbahn. "Wir brauchen im Herbst nur die Wasserbahn in den Park umzuleiten. Dann warten wir ab bis es friert und haben dann eine wunderschöne Schlittschuhbahn."

"Und das klappt wirklich?" fragte Dodo nachdenklich.

"Goldi meint, dass er und Bauleiter Murksel das hinkriegen", sagte Flecki und nickte.

"Genau," stimmte Goldi zu. "Murksel meint, das ist überhaupt kein Problem. Bleibt jetzt nur noch die Frage, was in die Geisterbahn rein soll."

"Wie wäre es, wir rufen alle zusammen und stimmen ab?" schlug Trampel vor.

"Klasse Idee", meinte Flecki. "Ich sage dem Bürgermeister Bescheid."


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