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Kapitel 27

Dunollie Castle

Von all diesen hamstischen Diskussionen und Problemen bekam Frido McClown nicht das Geringste mit. Nachdem er die Küchenvorräte überprüft und festgestellt hatte, dass es außer Nudeln nichts gab, was für vier Personen reichen würde, tat er das Notwendige. Er füllte einen Topf mit Wasser, warf die Nudeln hinein und stellte alles auf den Herd. Dann nahm er eine Karaffe Wasser und vier Gläser und ging ins Esszimmer. Auf dem Weg dorthin musste er wieder durch den Turm, und zu seinem Bedauern lief ihm Lord McShredder über den Weg.

"Sie kommen diese Woche schon zum vierten Mal zu spät, McClown! Was schließen Sie daraus?“

"Es ist Donnerstag, Sir!"

"Ich sage es nur ungern. McClown, ich bin unzufrieden mit Ihnen. Gestern musste ich geschlagene zwei Stunden auf mein Abendessen warten!"

"Sir, gestern war ich beim Reparieren des Daches abgestürzt und..."

"Papperlapapp, McClown, billige Ausreden, die eines guten Butlers unwürdig sind. So ein Sturz dauert doch nur wenige Sekunden!"

Als der Butler nicht antwortete, sprach der alte Lord weiter: "Was sind das für Leute, die Sie mir da ins Haus geschleppt haben?"

"Nun, Sir, das eine ist ein holländischer Lkw-Fahrer, der Käse nach Edinburgh transportiert und der andere, also, den sehen Sie sich besser selbst an."

Der Lord nickte und in diesem Moment hatten sie die Tür zum Esszimmer erreicht. McClown ging vorweg und öffnete die Tür. Der Blick des alten Lords glitt zunächst auf den immer noch leeren Esstisch und dann zu Vim van der Slampe. Argwöhnisch betrachtete er ihn, und ohne einen Gruß glitt sein Blick auf Finnegan McDudle, der den Kopf auf die Hand gestützt hatte und verzweifelt versuchte, dem forschenden Blick des Alten zu entgehen.

Von einer Sekunde auf die andere weiteten sich die Augen McShredders, und er schrie: "McClown, holen Sie sofort mein Jagdgewehr!"

"Sir, das haben wir letzten Monat verkauft!"

Mit schnellen Schritten, die ihm niemand zugetraut hätte, ging der alte Lord auf seinen ehemaligen Berater zu, der langsam von seinem Stuhl rutschte und sich unter dem Tisch verstecken wollte.

"Hallo, äh, Mister, wie geht es Ihnen? Schön, Sie zu sehen!"

"Was? Sie wollen gehen? Nur zu! McClown, schmeißen Sie ihn aus dem Fenster!"

"Sir, wir sind im zweiten Stock und...."

"Wer ist das?" unterbrach der Alte seinen Diener und zeigte nun auf den Holländer. Der stand auf und hielt Lord McShredder die Hand hin.

"Van der Slampe, Sir. Vim van der Slampe!"

"Haben Sie das gehört, McClown? Er beschimpft mich als Schlampe! Schmeißen Sie diesen undankbaren Kerl gleich hinterher!"

"Aber Sir, das ist doch sein Name. Er heißt so!"

"Er heißt Schlampe? Ein merkwürdiger Name, McClown!"

"Vim van der Slampe", brüllte der Butler, "und er kommt aus Holland.”

"Ah", krähte McShredder, "Holland! Wie geht es meiner alten Freundin Wilhelmina?"1

"Wilhelmina?" ächzte der Lkw-Fahrer erstaunt.

"Ja, Wilhelmina", wiederholte der Lord. "Ist sie nicht mehr Königin?"

"Äh, nein, Sir. Unsere Königin heißt Beatrix."

"Schade, schade, Mr. Slampe." Der alte Lord schüttelte enttäuscht den Kopf, schnüffelte kurz und drehte sich zu seinem Butler um.

"Sagen Sie McClown, was riecht hier so grässlich? Haben Sie sich nicht gewaschen?"

"Die Nudeln!" kreischte Frido und rannte aus dem Zimmer.

Kopfschüttelnd sah McShredder seinem Diener nach. Dann wandte er sich an seine Gäste.

"Bitte bedienen Sie sich doch, es ist köstliches Brunnenwasser. Ich persönlich habe es heute Morgen frisch holen lassen."

Schweigend nippten van der Slampe und McDudle von ihren Gläsern, dann fragte der Holländer vorsichtig:

"Sagen Sie, Sir McShredder, haben Sie eigentlich, äh, Haustiere?"

Erstaunt sah ihn der alte Lord an: "Selbstverständlich habe ich meine eigene Haustür, ich habe sogar eine ganze Menge Haustüren. Warum fragen Sie?"

"Haustiere, Sir!"

"Haustiere? Allerdings habe ich Haustiere. Einen unzuverlässigen Hahn und den ebenso unzuverlässigen McClown! Stellen Sie sich vor, Mr Slampe, seit der Umstellung auf die Sommerzeit geht der Hahn eine Stunde nach! Der kapiert das einfach nicht, der dumme Vogel!"

In diesem Moment betrat der Butler mit einigen Tellern unter dem Arm und Besteck in der Hand den Raum. Mit geübter Hand stellte er die Teller auf den Tisch und legte das dazugehörige Besteck daneben. Dann verschwand er und tauchte nach einer weiteren Minute mit einem großen Kochtopf wieder auf.

"Das Mittagessen, meine Herren: gebratene Nudeln!"

Während van der Slampe und McClown vorsichtig in den verbrannten Nudeln stocherten und sich die am wenigsten verbrannten heraussuchten, langten McShredder und McDudle gierig zu.

"Köstlich, McClown, Sie haben sich ausnahmsweise einmal selber übertroffen!" krächzte der Lord und deutete auf den Lkw-Fahrer: "Sagen Sie, Mr. Slampe, warum haben Sie mich nach Haustieren gefragt?"

"Nun, Sir Lord, es ist wegen der Hams..."

"Es ist, weil alle Holländer sehr tierlieb sind und viele Haustiere haben!" unterbrach Frido McClown den erstaunten van der Slampe, zwinkerte ihm zu und machte Zeichen, dass er schweigen solle. Zum Glück hatte Lord McShredder von diesen Heimlichkeiten nichts mitbekommen, da er gerade mit einer sehr robusten Nudel zu kämpfen hatte. Der Butler atmete erleichtert auf, dass der alte Lord nicht weiter fragte, sondern seinen Teller beiseite schob und sich zurücklehnte.

"McClown, der Nachtisch!"

"Sir, wir haben keinen Nachtisch."

"Wieso kriege ich in meinem Schloss keinen Nachtisch?"

"Nun, Sir, das liegt daran, dass Sie mir kein Geld für Einkäufe gegeben haben, weil Sie meinten, dass die Nudeln noch für ein paar Tage reichen würden und..."

"Ich weiß was ich gesagt habe, McClown. Ein guter Butler hätte mich darauf hingewiesen, dass wir Gäste bekommen! Also hüpfen Sie mal in die Stadt und besorgen was!" Lord McShredder griff lässig in die Tasche seines Bademantels und gab seinem erstaunten Butler eine Handvoll Geldscheine. Natürlich hätte der alte Knauser nie im Leben freiwillig so viel Geld für Einkäufe herausgerückt, doch vor einem ausländischen Gast wie diesem van der Slampe wollte er wie ein reicher Adeliger wirken. Außerdem konnte man schließlich ja nie wissen, ob dieser Lastwagenfahrer wirklich der war, für den er sich ausgab. Womöglich war er ein Gesandter der holländischen Königin. Wenn nicht, konnte er seinem Butler immer noch das Geld vom Gehalt abziehen. Für Frido McClown war es natürlich eine willkommene Abwechslung, dass er wenigstens dieses eine Mal nicht stundenlang nach Sonderangeboten suchen musste, sondern endlich einmal aus dem Vollen schöpfen konnte.

"Wenn Sie möchten, kann ich Sie in die Stadt fahren," schlug der Lkw-Fahrer vor.

"Das wäre sehr nett, Vim", entgegnete der Butler, "aber was machen wir solange mit Mr. McDudle?"

"Der macht den Abwasch, oder er landet im Verließ!" krähte McShredder. "Nicht war, Dudle?"

Finnegan McDudle blickte mit fragenden Augen den Lkw-Fahrer an, doch der schüttelte den Kopf. Auf keinen Fall würde er McDudle mit in die Stadt nehmen, das würde er sich nicht antun. Also nickte Finnegan nur stumm und ergab sich seinem Schicksal, während sich die beiden Männer erhoben und den Raum verließen.

"So, mein lieber McDudle, wenn Sie mit dem Abwasch fertig sind, habe ich noch ein paar kleine Aufgaben für Sie, die dieser nachlässige Butler liegengelassen hat..."

Unterdessen waren der Lkw-Fahrer und McClown hinaus auf den Hof gegangen.

"Tut mir leid, mein lieber Vim, aber es ist vielleicht besser, wir sagen dem Alten erst einmal noch nichts von den Hamstern. Wir haben nämlich schon - wie soll ich sagen - so einige Erfahrungen mit ihnen gemacht, und es ist besser, wir bereiten ihn langsam darauf vor."

"Gut Frido, vielleicht ist es wirklich besser so. Von diesen Hamstern kann ich nämlich auch ein Lied singen. Wo wollen wir denn mit dem Einkaufen anfangen?"

"Nun, da wüsste ich schon etwas: der Fischmarkt am Hafen, der ist wirklich einmalig! Allerdings fangen wir in dem Tesco Supermarkt an, denn in der Lynn Road können wir gut parken."

Während die beiden sich nun auf den Einkaufsbummel begaben, musste Finnegan McDudle unter den gestrengen Augen des Lords nicht nur den Abwasch machen, sondern auch die Fenster und Fußböden putzen. Dann war da noch eine dritte Gruppe, die sich durch die lauten Geräusche, insbesondere durch das Geschimpfe eines gewissen McShredders, im Schlaf gestört fühlte. Der Gipfel der Störung war gekommen, als der Lord die Tür aufriss und aus dem Zimmer McClowns eine Schachtel Streichhölzer holte, die neben einem Kerzenständer lag. Noch während er hinausging, zündete er seine Pfeife an. Die Zimmertür allerdings vergaß er zuzumachen.

"Wer kommt mit auf eine Schlossbesichtigung?" schlug Flecki vor.

"Nun, ich denke, ein kleiner Spaziergang wäre nicht verkehrt", stimmte der Bauleiter zu, und im nächsten Moment befanden sich die Hamster bereits im Esszimmer. Nun hieß es vorsichtig sein, denn nur wenige Meter entfernt saß Lord McShredder auf einem Stuhl, rauchte seine Pfeife, sah McDudle beim Schrubben des Fußbodens zu und sparte nicht mit Ratschlägen und Kommentaren.

"So ein armes Schwein", meinte bedauernd Sasie, nur Dodo entgegnete verwundert: "Wieso arm? Ich dachte immer, der alte Lord hat doch viel Geld und ist reich?"

Niemand antwortete Dodo, denn nun hieß es, vorsichtig an der Fußleiste des Raumes entlang zu laufen, bis sie den Zugang zum Turm erreicht hatten. Dann ging es Stufe um Stufe immer weiter nach unten, bis sie vor dem Torbogen standen, der zum Innenhof führte. Zunächst schien der Ausflug an dieser Stelle beendet zu sein, doch dann entdeckte Hamstilidamst, dass eine gegenüberliegende Tür zum Nachbarturm offen stand. Nach einem staubigen Marsch über den Innenhof schlüpften die Hamster hinein und sahen sich um. Ein kleiner Vorraum, von dem aus eine steinerne Treppe nach oben führte und zur linken Seite eine Tür, die zu ihrer Freunde offen stand.

Vorsichtig gingen die Hamster um ein Siel herum, das hier im Boden eingelassen war und liefen in das offene Zimmer. Hier standen mehrere Regale, und schnell wurde der Zweck dieses Raumes klar.

"Toll, die Vorratskammer", jubelte Goldi.

"Ja, wirklich toll", spottete Flecki, "wenn du mit Mehl, Linsen und alten Konservendosen glücklich wirst, dann lange nur zu!"

"Jedenfalls ist klar, warum hier alle Türen offen stehen. Der Butler hat vorhin in aller Eile die Zutaten für das Essen geholt", erklärte Murksel, während sich Dodo und Goldi weiter umsahen. Außer einer halben Zitrone war jedoch nichts zu finden, doch da hatte Goldi eine verhängnisvolle Idee. Er stupste Trampel an und zwinkerte ihm zu: "He, willst du mal die Aufnahmeprüfung zum Superhamster erster Klasse machen?" Als Trampel begeistert nickte, zeigte Goldi auf die halbe Zitrone und fragte: "Schon mal so etwas gesehen?" Trampel verneinte, und Goldi fuhr fort: "Das Ziel der Aufnahmeprüfung zum Superhamster erster Klasse liegt darin, keine Angst vor dem Unbekannten zu haben. Du musst nur an der Innenseite von dem gelben Ding da lutschen!"

Glücklich, bald ein Superhamster erster Klasse zu sein, lief Trampel zu der Zitrone, streckte seine Zunge weit heraus und schleckte kräftig an der sauren Frucht. Dann riss er die Augen weit auf und mit einem ohrenbetäubenden "Üärg!" stürzte er im Zickzack aus dem Zimmer. Entsetzt blickten ihm seine Freunde nach.

"Goldi, was hast du mit dem armen Trampel gemacht?"

"Keine Ahnung Flecki, haha, das kleine Dummerchen muss versehentlich von der Zitrone geschleckt haben..."

"Und warum hast du ihm nicht gesagt, dass das für seinen feinen hamstischen Geschmacksinn gefährlich ist?"

"Es ging alles viel zu schnell...", redete sich Goldi heraus.

"Egal", rief Sasie, "er muss sofort seine Zunge mit Wasser spülen!"

"Zunächst mal müssen wir ihn finden", rief Tuffi, und hastig stürzten die Hamster zur Tür hinaus. Vergeblich suchten sie den Vorraum ab, doch Trampel blieb verschwunden. Viele Möglichkeiten, sich zu verstecken, gab es hier wirklich nicht, und so fielen die Blicke der Hamster schnell auf das Siel, um das sie beim Hereinkommen noch so vorsichtig herumgegangen waren.

"Tja", fasste Bauleiter Murksel die Lage zusammen, "wir haben da ein Problem.

"Den kriegen wir da nicht mehr raus", jammerte Dodo. "Jetzt ist der wirklich ausgestorben!"

"Blödmann", fauchte Flecki. "Erstens ist der kein Moosbiber und zweitens ist der bloß in den Keller geplumpst. Los, Bürgermeister, tu doch auch mal was!"

Dem Bürgermeister war ein wenig unwohl zumute, als er langsam zu dem Siel watschelte. Vorsichtig schaute er durch eine der Öffnungen in die Dunkelheit und rief mit zitternder Stimme: "Trampel, bist du da unten? Brauchst du irgend etwas?"

Bange Sekunden des Wartens folgten. Dann ertönte eine piepsige Stimme aus der Dunkelheit: "Ich will nach Hause, das ist alles so kalt und feucht und dunkel hier! Holt mich raus!"

Ein Aufatmen ging durch die Reihen der Hamster, und der Bürgermeister versuchte, den ängstlichen Trampel zu beruhigen: "Es ist alles, öh, sozusagen in Ordnung, mein Freund. Wir arbeiten gewissermaßen mit Hochdruck an einem Rettungsplan!" Er drehte sich zu den ratlosen Hamstern um. "Und, äh, was machen wir jetzt? Wo kriegen wir einen Plan her?"

"Das ist ein Job für Superhamster!" rief Goldi und rannte in die Vorratskammer zurück. Ein leises Poltern und Rascheln war zu hören, und wenig später erschien Goldi, der eine Klorolle vor sich her rollte."

"Klopapier?" ächzte Flecki. "Was soll denn der Scheiß?"

"Für die einen ist es Klopapier, für die anderen die wahrscheinlich längste Serviette der Welt", grinste Goldi. "Die lassen wir zu Trampel runter und ziehen ihn heraus!"

Gesagt, getan, und nach wenigen Minuten hatte das eine Ende der Klorolle den wimmernden Trampel erreicht. Doch so sehr sich der kleine Hamster auch abmühte, er schaffte es nicht, sich an dem Klopapier hochzuziehen.

"Zwecklos", stellte Murksel fest. "Wir müssen runter und ihm helfen!"

Ein Hamster nach dem anderen rutschte nun vorsichtig an dem Toilettenpapier hinunter. Endlich waren alle wieder vereint, und jeder klopfte nun dem erleichterten Trampel auf die Schulter.

"Ich denke, ich spreche da allen aus der Seele, wenn ich feststelle, dass diese großartige Rettungsaktion in die Geschichte Hamsterhausen eingehen wird", tönte der Bürgermeister. "Wieder einmal haben wir gezeigt, dass..."

"Äh, Verzeihung, Bürgermeister", rief Dodo und tippte dem Bürgermeister auf die Schulter. "Wie geht das denn nun weiter?"

"Öhm, also so weit ist unser Rettungsplan noch nicht fortgeschritten, und es ist etwas zu früh, zu diesem Zeitpunkt eine Festlegung zu treffen."

"Tja, irgendwie war der Plan noch nicht ganz ausgereift", stellte der Bauleiter fest. "Vielleicht sehen wir uns hier erst einmal um!"

Dank der Tatsache, dass sie Nachttiere waren und somit in der Dunkelheit recht gut sehen konnten, fanden die Hamster schnell heraus, dass sie sich in einem ungenutzten Raum des Schlosses tief unter der Erde befanden. Mehrere Kisten standen hier ordentlich nebeneinander gestapelt, und an den Wänden hingen uralte, verrostete Gewehre und Pistolen. Zweifellos hatten sie die bisher unentdeckte Waffenkammer des Schlosses gefunden.

"Wir sollten einen Schuss abfeuern, damit dieser Butler uns rettet!" schlug Goldi vor und untersuchte eine der Pistolen. "He, die scheint geladen zu sein, geht mal beiseite!"

"Wir bringen uns besser ins Sicherheit", schlug Flecki vor, "wer weiß, was du da anrichtest!"

Goldi winkte Dodo und Hamstilidamst zu sich und wies sie an, die Pistole festzuhalten. Dann zog er wieder und wieder am Abzug. Nach mehreren Versuchen gab er auf. "Der Abzug ist eingerostet, wir nehmen eine andere." Es folgte das gleiche Spiel, doch diesmal war scheinbar das Pulver zu feucht. Beim dritten Mal hatten sie Erfolg. Es  blitzte und knallte; das hässliche Sirren eines Querschlägers war zu hören und mit einem Schlag war die Waffenkammer in taghelles Licht getaucht.

"Verdammt, ich habe die Pulvertruhe getroffen!" rief Goldi entsetzt.

Jetzt konnten die Hamster genau sehen, wo sie sich befanden. Der gesamte Raum war recht klein, und auch die Decke war niedriger als bei einem gewöhnlichen Zimmer. Oben war das Gitter zu erkennen, durch das sie gekommen waren, doch es war in unerreichbarer Ferne.

"Da vorne ist eine Öffnung in der Mauer, dort können wir in Deckung gehen",  rief Flecki plötzlich aufgeregt und zeigte auf eine Stelle im hinteren Teil der Waffenkammer. In Windeseile kletterten die Hamster zu der Stelle, auf die Flecki zeigte, und einer nach dem anderen kroch hinein. Immer weiter krochen sie.  Anscheinend waren sie auf einen alten Belüftungsschacht gestoßen. Voller Panik krabbelten die kleinen Tiere um ihr Leben, denn der Geruch von verbrannten Pulver wurde immer stärker. Plötzlich jedoch war der Schacht zu Ende, es wurde taghell und laut fiepend vor Angst fielen die Hamster ins Bodenlose. Nur wenige Sekunden dauerte ihr Sturz, dann prallten sie kurz auf dem steil zum Meer führenden Hügel auf und rollten weiter. Endlich hatte eine Steinmauer Erbarmen mit ihnen und beendete recht schmerzhaft ihre Reise. Dann brach ein Inferno aus, und mit einem mörderischen Knall flog hinter ihnen das Schloss Dunollie in die Luft.