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Kapitel 22

Loch Ness

Mit trübsinniger Miene registrierte Vim van der Slampe, dass sie sich mittlerweile in dem Gebiet zwischen Wester Ross und Easter Ross befanden. Die Landschaft an der wenig befahrenen A835 zeigte sich von ihrer schönsten Seite; Berge und Lochs zogen langsam vorbei, Schafe blickten träge dem Fahrzeug entgegen. Er fuhr an dem einsamen Loch Glascarnoch vorbei, passierte einen Wald und kam zwischen Loch Luichart und Loch Garve wieder hervor. Doch für all diese wunderschönen Dinge zeigte er keinerlei Interesse. Liebend gerne hätte er den Lastwagen einfach am Straßenrand abgestellt und  sich in seine Schlafkoje verkrochen, doch die war leider von Hamstern besetzt. Sicherlich hätte er es auf eine Kraftprobe ankommen lassen können, doch er war nicht scharf darauf, eine Niederlage zu kassieren. Mittlerweile war ihm klar geworden, dass Hamster eben ihre Prinzipien und Vorlieben haben, jedenfalls diese Art von Hamstern. Ihm war auch klar, dass er sich nicht unnötig mit ihnen anlegen sollte.

An einer Parkbucht mit dem Schild "Blackwater" brachte er sein Fahrzeug zum Stehen und und holte seine Straßenkarte hervor. Er atmete tief durch, denn ihm wurde bewusst, dass er gerade noch rechtzeitig nach dem Weg geschaut hatte. Die nächste Abfahrt nach Marybank auf die die A832 mussten sie abbiegen, wenn er es vermeiden wollte, noch ein weiteres Mal durch den zähflüssigen Verkehr von Inverness zu kriechen. Sein Blick glitt ins Leere, als er auf die Karte starrte und an den Käsemarkt in Alkmaar dachte. Deutlich sah er den großen Platz vor dem alten Rathaus vor seinen Augen. Bestimmt würde sein Kumpel Ruud Kloetsack ihn fragen, wo er so lange gesteckt hatte, was alles passiert sei, und ganz bestimmt würde Vim van der Slampe ihm kein Sterbenswörtchen über die Dinge erzählen, die hier abgelaufen waren. Lieber würde er sich die Zunge abbeißen, als diesem ungehobelten Kerl etwas von den Hamstern zu erzählen. Da, nun ging es schon wieder los mit der Huperei! Ruud Kloetsack stand mit seinem riesigen Lkw vor ihm. Durch die Windschutzscheibe konnte er ihn genau sehen, wie er lachte und auf die Hupe seines Fahrzeugs drückte. Er schien überhaupt nicht mehr mit dem Hupen aufzuhören, und als Vim van der Slampe sich die Ohren zuhalten wollte, fühlte er einen höllischen Schmerz an seiner Stirn. Das Hupen war urplötzlich verstummt, und der Lkw-Fahrer öffnete verstört die Augen. Direkt vor sich sah er mehrere Hamster, die auf dem Armaturenbrett saßen und ihn verwundert anschauten. Peinlich berührt wurde ihm bewusst, dass er soeben beim Kartenlesen eingeschlafen war und seinen Kopf auf die Hupe gelegt hatte. Nachdem er einen kurzen Seitenblick aus dem Fenster geworfen und erleichtert festgestellt hatte, dass kein Polizeiwagen neben dem Lastwagen stand, lächelte er verlegen die Hamster an.

"Tut mir leid, Freunde, ich muss ein wenig, äh, eingenickt sein. Kommt nicht wieder vor."

Er setzte die verärgerten Tierchen wieder in die Schlafkoje zurück, ließ den Motor an und bog nach einigen hundert Metern rechts nach Marybank ab. Kurz darauf erreichte er Muir of Ord und stand vor der Entscheidung: links, rechts oder geradeaus? Er entschied sich für rechts und passierte den Ort Beauly und stand vor der nächsten Entscheidung. Diesmal wählte er links, doch nach zwei weiteren Kilometern musste er sich wieder entscheiden.

"Links, rechts, ich habe es satt!" brüllte er und handelte sich strafende Blicke der Hamster ein.

Schuldbewusst entschied er sich diesmal für rechts, denn links war ja gerade eben drangewesen. Als er den winzigen Ort Tomnacross erreichte, stoppte er kurz, um einen Blick auf die Karte zu werfen. Leider fand er den Ort nicht und fuhr grimmig weiter. Es ging durch eine öde, langweilige Strecke, sie passierten zweimal denselben Fluss und so langsam hegte der Lkw-Fahrer erhebliche Zweifel an der Richtigkeit seines Tuns. Zudem bewegte sich der Zeiger der Benzinuhr immer weiter nach links, und das verhieß nichts Gutes. Als sie den Ort Milton erreichten, war links an der Reihe. Sie bogen ab und standen urplötzlich vor einem Schild, das soviel bedeutete wie: "Willkommen bei der Loch-Ness-Monster-Ausstellung in Drumnadrochit!"

Wo waren sie? Hektisch holte Vim van der Slampe seine Karte hervor, und ihm wurde bewusst, dass es ihm immerhin gelungen war, Inverness zu umfahren. Doch was nun? Sie waren am Ende, soviel war klar. Kein Benzin, kein Geld und keine Ahnung, wie es weitergehen sollte. Eine bleierne Schwere befiel ihn, und er legte sich auf Fahrer- und Beifahrersitz und schloss die Augen.

"Sag mal, pennt der schon wieder?" rief Teeblättchen empört.

"Viel wichtiger ist: Wo sind wir?" fragte Bauleiter Murksel und kletterte auf die Lehne des Fahrersitzes, um besser gucken zu können. Im nächsten Moment fiel er mit einem erstickten Schrei hinter den Sitz.

"Nette Nummer, Bauleiter", rief Goldi, "willst du damit nicht im Vergnügungspark auftreten?"

Der Bauleiter antwortete nicht, sondern rieb sich stöhnend den schmerzenden Hintern. Langsam rappelte er sich hoch, blickte zu seinen Freunden hinauf und rief: "Wir haben es geschafft! Dort hinten wohnt das Loch Ness Monster, wir sind am Ziel!"

Ungläubig schoben Hamstilidamst und Teeblättchen den Vorhang der Schlafkoje zur Seite und schauten auf das Schild, das sich an einem großen, flachen Gebäude befand. Kein Zweifel, auf dem Schild standen eindeutig die Worte "Loch Ness Monster".

"Wie ich schon immer gesagt habe, wir schaffen es!" grölte der Bürgermeister und hüpfte von einer Pfote auf die andere.

"Ja, ja, das ist ja alles schön und gut, aber wir brauchen doch den ollen Lord!" warf Flecki ein.

"Meinst du nicht, das Monster wäre viel besser?" fragte Tati.

"Und wenn es was dagegen hat, in Hamsterhausen aufzutreten?" ließ Flecki nicht locker.

"Das wird überhaupt nicht gefragt, das kriegt was auf die Glocke und fertig!" tönte Goldi und ballte die kleinen Pfoten.

"Kommt nicht in Frage, es ist ein Tier, das wie wir denkt und fühlt. Wir müssen anders vorgehen!"

Die anderen stimmten Flecki zu, und jetzt waren die Hamster nicht mehr zu halten. Sie waren fest davon überzeugt, dass sie das Unmögliche geschafft hatten. Dasie und Sasie fingen an zu tanzen, und sofort machten Tati, Teeblättchen und Tuffi mit. Während die einen nach langer Zeit wieder einmal ihre Tanzschritte ausprobierten, saßen die anderen daneben und klatschten begeistert. So entging es den Hamstern völlig, dass sie schon nach wenigen Minuten eine Menge Zuschauer hatten. Ein Reisebus mit japanischen Touristen stand in der Nähe der "Loch Ness Monster Exhibition".  Diese Touristen hatten bisher zwar eine Menge an Bildern und Plastikfiguren des Monsters gesehen, aber ansonsten absolut nichts Interessantes erlebt.  Tanzende Hamster waren für sie eine willkommende Abwechselung und so versuchten sie, mit ihren Kameras das eine oder andere Bild von diesem ungewöhnlichen Ereignis zu schießen. Die Scheiben des Lastwagens waren allerdings schon lange nicht mehr geputzt worden und dermaßen schmutzig, dass die Tanzgruppe nur undeutlich zu erkennen war.

Vim van der Slampe brauchte sehr, sehr lange um aufzuwachen und zu begreifen, dass da jemand an seine Fahrertür klopfte. Er gähnte herzhaft, blickte nach draußen und war im nächsten Moment hellwach. Na schön, er hatte sich verfahren, aber sie konnten sich doch niemals so weit östlich befinden. Er rieb sich die müden Augen und guckte ein weiteres Mal nach draußen, doch die freundlich lächelnden Japaner befanden sich noch immer vor seiner Wagentür. Sie zeigten auf irgendetwas in seinem Lastwagen, deuteten auf ihren Kameras und riefen etwas. Der Lkw-Fahrer kurbelte das Seitenfenster herunter und vernahm die Worte "Oi! Hamtaro-odóru, haráu, shíhei!"1 mit denen er nun wirklich nichts anfangen konnte. Plötzlich gab ihm einer der freundlichen Menschen eine Pfundnote und zeigte wieder auf etwas. Van der Slampe begriff zunächst nicht, doch als er sich umdrehte und die tanzenden Hamster in seiner Schlafkoje entdeckte, dämmerte es ihm.  Der freundliche Japaner zeigte erst auf den Geldschein, den der Fahrer in der Hand hielt und dann auf die tanzenden Hamster. "Hamtaro - shíhei!" ertönte es wieder und nun hatte van der Slampe begriffen.

"Hamtaro - skiheil!" rief er in die begeisterte Menge der Touristen und zeigte auf die Pfundnote. Lächelnd nickten die Japaner und reichten weitere Geldscheine. Der Lkw-Fahrer drehte nun auch die anderen Fensterscheiben seines Lkws herunter, damit alle zuschauen und Aufnahmen machen konnten. Ein älterer japanischer Tourist stand direkt neben der Fahrertür und beugte sich leicht in den Wagen, um besser sehen zu können. Sofort wandte sich Vim van der Slampe an ihn und sagte mit langsamer, aber lauter Stimme: "Du Hamtaro sehen wollen - du skiheil geben! Du verstehen? Erst du Geld, dann du Hamster!"

Der Japaner lächelte ihn an, verbeugte sich leicht und sprach: "Selbstverständlich, mein Herr, Sie haben völlig Recht. Wo habe ich nur meine Manieren gelassen? Können Sie auf eine Fünf-Pund-Note herausgeben?"

Als der Lkw-Fahrer nicht antwortete, sondern mit offenem Mund nur da stand und den älteren Herrn anstarrte, fragte dieser lächelnd weiter: "Wünschen Sie, dass ich meine Antwort auf Englisch wiederhole? Ich vermutete anhand ihres Autokennzeichens, dass Sie Holländer sind." Ein schwaches Kopfschütteln war die Antwort, und nachdem er dem freundlichen Japaner das Wechselgeld gegeben hatte, setzte sich van der Slampe wieder auf seinen Fahrersitz. Von da an hielt er den Mund und beschränkte seine Tätigkeit auf das Einsammeln und Wechseln von Geld. Dann ertönte die laute Hupe des Reisebusses, und mit freundlichem Winken verabschiedete sich die Reisegesellschaft. Kurz darauf erschien ein weiterer Bus mit Touristen, und fröhlich pfeifend kurbelte Vim die Scheiben des Lkw wieder hoch und wartete.

Einige Busse später waren die Hamster von ihrer begeisternden Tanzeinlage müde und hatten sich wieder in die Schlafkoje zum Ausruhen zurückgezogen, während in der Fahrerkabine eifrig Geld gezählt wurde. Erfreut stellte der Lkw-Fahrer fest, dass sie gerettet waren, und dass die Einnahme nicht nur für eine volle Tankfüllung, sondern auch für ein gutes Bed & Breakfast sowie einige Mahlzeiten reichen würde. Für einen Moment fühlte er sich wieder munter und war gut gelaunt. Nun hieß es, eine Tankstelle finden, und nach kurzem Studieren der Karte wurde klar, dass am südlichen Ende des Loch Ness die nächste Tankmöglichkeit vorhanden war.

Nach etwas mehr als 30 Kilometern hatte er Fort Augustus mit fast leerem Tank erreicht. Kaum stand der Lkw an der Zapfsäule, waren die Hamster auf den Stopp aufmerksam geworden und gingen der Sache auf den Grund.

"Wir tanken", stellte Goldi fest. "Wir sind weitergefahren."

"Öh, ja, und das Loch Ness Monster? Da- da- das gilt nicht, wir müssen zurück!"

"Nun dreh mal nicht durch, Bürgermeister", schimpfte Flecki. "Erstens hätte das sowieso nicht geklappt und zweitens hast du ja rumgetönt, dass wir den ollen McShredder holen wollen, oder?"

Der Bürgermeister tappte nervös mit seiner linken Pfote auf den Boden der Schlafkoje und starrte aus dem Seitenfenster. Angestrengt überlegte er und überdachte die Sachlage, jedoch ohne brauchbares Ergebnis. Bevor er sich in weitere, sinnlose Grübelleien verstricken konnte, war Vim van der Slampe wieder in den Lkw gestiegen. Eine Papiertüte, die er achtlos auf den Beifahrersitz legte, erweckte die Neugier seiner Mitfahrer. Er achtete jedoch nicht darauf sondern zählte das verbliebene Geld, denn Tanken ist in Schottland nun mal teuer. Zufrieden stellte er fest, das sich die Lage jetzt deutlich verbessert hatte.

"Wisst ihr was, ihr kleinen Tranzmäuse? Wir werden uns in Fort William so richtig ausruhen und in großem Stil Essen gehen. Was meint ihr?"

Schweigend blickten die Hamster erst ihn und dann die Papiertüte an. Er verstand, griff in die Tüte, zog zwei Brötchen hervor und warf sie den Hamstern zu. Dann wandte er sich wieder dem Geld zu. Sein Blick glitt auf eines der Geldstücke, das ihm vorhin schon aufgefallen war. Es unterschied sich deutlich von den anderen, denn es war eckig und sehr abgegriffen. Van der Slampe entschied, dass es sich wohl um Spielgeld handelte und warf lachend die Münze den Hamstern zu.

"Hier, aber nicht alles auf einmal ausgeben!"

"Sag mal, spinnt der Kerl jetzt?" fauchte Flecki empört. "Fast hätte mich dieser Riesenidiot mit dem Geldstück getroffen!"

"Lass mal sehen", riefen Sasie und Dasie und untersuchten die Münze. Unbekannte, merkwürdige Zeichen waren darauf zu erkennen. Nachdem der Fund von allen ausgiebig beschnüffelt und für nicht weiter interessant betrachtet wurde, verließen die Hamster das Armaturenbrett und zogen sich in die Schlafkoje zurück. Der Motor des Wagen wurde angelassen, und die Fahrt ging weiter, vorbei am Caledonian Canal bis hin zu einer scharfen Linkskurve, an der sie auf das Loch Oich stießen. Es war bereits später Nachmittag, und da sie von hohen Bergen umgeben waren, war die Sonne nicht mehr zu sehen. Fluchend gelangte der Lkw-Fahrer  an eine erneute Weggabelung, und er entschloss sich, dem Loch zu folgen. Nach weiteren 15 Kilometern am Loch Lochy vorbei, hatte er die nächste Weggabelung erreicht, hielt an und schaute auf der Karte nach. Nur mühsam gelang es ihm, die richtige Route zu erkennen, denn seine Augen fingen langsam an, ihm Streiche zu spielen. Kurz darauf nahm der Verkehr zu, und das Ziel schien nicht mehr weit zu sein. Er fuhr in einen Kreisverkehr hinein und versuchte verzweifelt, anhand der Schilder zu erkennen, wo sie aus diesem "Roundabout" herausfahren mussten. Ein Schild sah wie das andere aus, und die Namen sagten ihm nichts. Während er sich verzweifelt abmühte, irgendeinen Anhaltspunkt zu finden, fanden die Hamster Spaß an dieser Karusselfahrt und feuerten den Fahrer mit begeisterten "Uhuj!" und "Eippij!"-Rufen an. Vim van der Slampe wurde von Runde zu Runde nervöser, und als er einen Polizeiwagen in den Kreisverkehr einbiegen sah, machte er, dass er an der nächsten Möglichkeit abbog. Zu seiner Erleichterung folgte ihm der Wagen nicht, und beruhigt stellte der Lkw-Fahrer fest, dass sie wieder an einem langgestreckten Loch vorbeifuhren.

"Es kann nicht mehr weit sein, meine kleinen Freunde!" rief er, während er am Loch Eilt entlang fuhr, und sie sich immer weiter von Fort William und einem Essen in großem Stil entfernten.

"Schon besser", schnaufte Flecki, "wenn der uns noch mal Tanzmäuse nennt, dann ist er dran!"

"Genau", stimmte Goldi zu, "dann machen wir das 'Duden-Spiel' mit ihm."

"Duden? das Spiel kenne ich nicht."

"Ach", grinste Goldi, "das bringt echt Spaß: Aufschlagen, Zuschlagen und immer wieder Nachschlagen!"

Die Hamster keckerten vergnügt, während das Gesicht ihres Fahrers immer länger wurde. Sie hätten schon längst in Fort William sein müssen! Ganz langsam dämmerte es ihm, dass sie sich wohl verfahren hatten. Am Ende des Lochs stoppte er und sah auf seine Karte. Würde er hier abbiegen, dann käme er wieder auf den alten Weg zurück, doch leider war die Straße für Lastwagen gesperrt, und umdrehen konnte er auf dieser engen Straße nicht. Laut fluchend fuhr er schließlich unter den verwunderten Blicken seiner Mitfahrer weiter. Wenig später erreichten sie unter dem Jubel der Hamster Glenfinnan und aus der Schlafkoje ertönte "Sommer, Sonne, Strand". Vim van der Slampe wurde von Minute zu Minute gereizter, sie erreichten ein Schild mit der Aufschrift "Lochailort", ein Wort, dass er nicht einmal ansatzweise aussprechen konnte. Er bog links ab, vorbei an einer wunderschönen Bucht, für die er jedoch leider nur einen grimmigen Blick übrig hatte. Die Straße war nun wieder enger geworden und führte die Reisegesellschaft zurück ins Landsinnere. Vorbei ging es am Loch Moidart, und als sie den Ort Dalnabreck erreichten, wurde den Hamstern klar, dass sie hier schon einmal gewesen waren. Bald würden sie den Ort erreichen, an dem sie den festen Vorsatz gehabt hatten, sich durch ehrliche Arbeit Geld und Futter zu verdienen. Das hatte zwar nicht sonderlich gut geklappt, aber immerhin hatte es dank Goldis schauspielerischer Künste wenigstens zu Futter gereicht. Der Lkw folgte nun einer langen Linkskurve, an deren Ende van der Slampe den Wagen stoppte. Geradeaus oder über die Brücke? Er hatte keine Ahnung und war erleichtert, als er auf dem Brückengeländer einen Mann sitzen sah. Begleitet von den neugierigen Blicken der Hamster verließ er den Wagen und ging auf den Mann zu.

"Guten Tag, Sir", hörten die Hamster ihn sagen. "Können Sie mir sagen, ob dieser Weg nach Oban führt?"

"Sie haben großes Glück, Mister", erklang die freundliche Antwort. "Zufällig will ich auch ein Stück in die Richtung. Wenn Sie mich mitnehmen, zeige ich Ihnen den Weg."

"Gerne, mein Name ist Vim van der Slampe, und ich komme aus Holland. Ich bin ein wenig vom Weg abgekommen, wissen Sie", lachte der Lkw-Fahrer und konnte sein Glück kaum fassen.

Endlich würde alles gut werden. All diese unbekannten Strecken und Schilder, diese engen Straßen. All das würde ihm nun nichts mehr ausmachen, denn nun hatte er einen ortskundigen Führer.

"Und wie ist ihr werter Name, Sir", fragte van der Slampe den Mann, der sich nun von dem Brückengeländer erhob und auf den Lastwagen zuging.

"Mein Name, Mr. Holländer? Mein Name ist Dudle, Finnegan McDudle."