Kapitel 28

Der mächtige Bürgermeister-Khan

 

Neben ihnen lag der bewusstlose Bauleiter, der in diesem Moment keine sonderliche Hilfe darstellte. Sie waren jetzt auf sich alleine gestellt und starrten auf das, was sich ihnen näherte. Es zog eine Wolke aus Qualm hinter sich her, und als der Qualm sich etwas legte, wurden zwei schwarze, traurig guckende Augen sichtbar. Flecki wiederholte leise ihre Frage.

"Trampel?"

Das stachlige Etwas antwortete nicht, jedenfalls nicht mit Worten, sondern gab nur ein leises, fast jammerndes Schnaufen von sich.

"Trampel, bist du das?" rief Flecki erneut.

Langsam, ganz langsam kam das stachlige Wesen näher, und nun erkannte auch Tuffi, dass es sich doch nicht um ein Stachelschwein, sondern um einen Hamster handelte. Allerdings um einen Hamster, dem jedes einzelne Haar - und davon haben Hamster bekanntlich sehr viele - vom Körper abstand. Ungläubig starrte sie auf Trampel und versuchte sich zu erinnern, wo sie dieses Bild schon einmal gesehen hatte. Tuffis Blick wanderte zu dem Bauleiter, der friedlich und ohne Bewusstsein neben ihr lag. Dann wanderte ihr Blick zu Trampel, und anschließend noch einmal auf Bauleiter Murksel. Plötzlich fiel es ihr wieder ein und sie stupste Flecki an.

"Jetzt weiß ich, wo ich so etwas schon einmal gesehen habe", rief sie aufgeregt. Flecki sah sie erwartungsvoll an. Sogar Trampel blieb bei diesen Worten stehen und lauschte gespannt, denn schließlich entschied sich hier seine weitere Zukunft. Genauer gesagt, wenn er wenigstens wüsste, was ihm eigentlich soeben widerfahren war, dann wüsste er auch, ob er überhaupt noch ein Zukunft hätte.

"Was? Wo?" krächzte er leise und war erschrocken über seine eigene Stimme, die mehr wie das Quaken eines gequälten Frosches klang als die eines Hamsters. Nachdem sie ihn mit einem langen, prüfenden Blick angeschaut hatte, fuhr Tuffi fort.

"Der Herr Bauleiter", begann sie verlegen nach einem erneuten Blick auf den ängstlich guckenden Trampel, "sollte im letzten Jahr einen Auftrag für die HS, die Hamstischen Stromwerke, ausführen. Eigentlich war das nur ein ganz einfacher, normaler Auftrag, aber..." Sie unterbrach sich kurz und warf einen prüfenden Blick auf Murksel, doch der gab zu ihrer Beruhigung keinen Mucks von sich. "Aber es wurde eine Katastrophe."

"Nicht Neues", grinste Flecki, "und weiter?"

"Wir sollten eine Tür einbauen, doch die Öffnung in der Wand war etwas zu klein, oder die Tür etwas zu groß - jedenfalls ließ sich das hinterher sowieso nicht mehr nachprüfen. Der Herr Bauleiter hat dann mit den Leuten der Stromwerke gesprochen und es kam zu wüsten Beschimpfungen. Schließlich einigten sie sich, dass Murksel entweder eine neue Tür besorgt oder die Wandöffnung etwas vergrößert. Er ist dann tatsächlich mit einem Presslufthammer dabeigegangen und hat die Wandöffnung vergrößert. Dabei ist ihm die gesamte Wand weggebrochen. Dummerweise war das auch noch eine tragende Wand, und dann ist das darüberliegende Stockwerk heruntergekommen."

"Und danach sah der Bauleiter wie ein Stachelschwein aus?" fragte Flecki ungläubig.

"In dem Moment noch nicht", fuhr Tuffi fort, "erst als das darüberliegende Stockwerk angekommen war, ist auch eine der Turbinen für die Stromerzeugung mitgekommen und die ist genau auf dem Bauleiter gelandet. Als die Hamstische Feuerwehr nach 5 Stunden die Turbine endlich vom ihm heruntergewuchtet hatte..."

"Nach 5 Stunden?" fragte Flecki ungläubig, "War die HAMFE auf einem Betriebsausflug oder wieso hat das so lange gedauert?

"Nein, nein", entgegnete Tuffi, "das Problem war, dass die Turbine unter Strom stand und keiner den Strom abschalten konnte, weil der, der die Turbine damals installiert hatte, vergessen hatte, einen Notabschaltungsschalter anzubringen."

"Aha", machte Flecki, "das war derjenige, der nun unter der Turbine lag."

Tuffi nickte. "Genau, und aus diesem Grund musste das 2. Reparaturteam angefordert werden, weil das 1. Reparaturteam nach dem Einsturz der Mauer gedacht hätte, es sei Feierabend. Alle Kollegen waren dann nach Hause gegangen, nur ich war noch da, weil ich den Herrn Bauleiter noch fragen wollte, ob ich in der nächsten Woche Urlaub kriegen könnte. Jedenfalls ist es mit dem Urlaub nichts geworden, weil Herr Murksel mal wieder in Krankenhaus musste. Dabei gab es allerdings ein dickes Problem, und das war er. Durch den Strom hatten sich alle seine Haare hochgestellt, genauso wie bei Trampel jetzt. Als sie ihn nämlich auf die Trage gelegt hatten, ist er immer wieder heruntergerollt. Schließlich blieb der Feuerwehr nichts Anderes übrig, als den Bauleiter aus dem Raum zu rollen."

"Und", warf Flecki ein, "wie lange hat das gedauert, bis er wieder fit war?"

"Ein paar Wochen musst er schon im Krankenhaus bleiben, allerdings nicht nur wegen des Stroms, der ihn erwischt hatte. Beim Herausrollen hat die HAMFE einen Moment nicht aufgepasst, und da ist ihnen der Herr Bauleiter die Treppe hinuntergekullert." Tuffi warf erneut einen vorsichtigen Blick auf den bewusstlosen Murksel und fuhr fort. "Fünf Stockwerke ist er runtergerollt, bis sie ihn wieder eingefangen hatten. Dabei hatte er sich ein ziemliches Schleudertrauma eingehandelt, und weil er nicht in den Krankenwagen passte, musste er auch noch zum AKH gerollt werden. Der sah ganz schön dreckig aus, als er eingeliefert wurde. Wann genau er wieder fit war, weiß ich nicht, weil ich nach zwei Wochen dann einfach in Urlaub gegangen bin. Als ich sechs Wochen später dann wiederkam, war er schon wieder auf der Arbeit und hat mich zunächst nicht erkannt, aber inzwischen..."

"Das wird schon wieder, Trampel", tröstete Flecki, vermied es aber, ihm aufmunternd auf die Schulter zu klopfen. "Das ist nur statische Aufladung. Schau mal, das ist doch viel, viel besser als in einen Farbtopf zu fallen. Außerdem hast du das doch damals auch gut überstanden, und in ein paar Tagen ist dein Fell bestimmt wieder glatt."

Mit großen, traurigen Augen starrte Trampel Flecki an: "Meinst du?"

"Aber klar", kam die prompte Antwort, "vielleicht geht das ja auch schneller, wenn wir dich irgendwie entladen oder so..."

"Wir müssen ihn erden", warf Tuffi ein, "in der Berufsschule haben wir das mal durchgenommen. Wenn man etwas erdet, dann kann der gespeicherte Strom in die Erde abfließen. Das tut auch überhaupt nicht weh, hat der Lehrer jedenfalls gesagt."

Ein leises Stöhnen weckte die Aufmerksamkeit der drei Hamster. Bauleiter Murksel bewegte sich, und wieder war ein Stöhnen zu vernehmen. Ganz langsam öffneten sich seine Augen, er schien nicht zu begreifen, wo er war. Dann setzte er sich vorsichtig auf, stöhnte etwas lauter als zuvor und befühlte vorsichtig seinen Kopf. Als er die inzwischen zu einem gewaltigen Horn angeschwollene Beule betastete, verzog er sein Gesicht zu einer schmerzverzerrten Fratze. Dann fiel sein Blick auf Trampel.

"Was'n das für bescheuerter Igel?"

Während Tuffi den schluchzenden Trampel versuchte zu trösten, ging Flecki langsam zum Bauleiter, der noch immer auf dem Boden saß. Ihre Augen funkelten vorwurfsvoll. "Alles deine Schuld. Du hast den armen Kerl in den Kabelschacht geschickt!"

"Ich?" fragte Murksel verdattert. "Wieso ich? Ich kenne diesen bescheuerten Igel doch überhaupt nicht! Wie soll ich ihn dann in den blöden Kabelschacht geschickt haben?"

Nach einer kurzen und zugleich heftigen Diskussion hatte Murksel begriffen, dass es sich um den stellvertretenden Kommunikationsoffizier Trampel handelte. Natürlich hatte der Bauleiter eine Reihe von Lösungen für dieses interessante statische Problem, wie er betonte, doch es wurde auf ausdrücklichen Wunsch von Trampel verzichtet, auch nur eine dieser Lösungen an ihm auszuprobieren. Das alles sollte auf später verschoben werden, denn nun galt es, auf die Brücke zurückzukehren.

"Ich bin stolz und zugleich erleichtert, sozusagen, dass auch dieses, öhm, Unternehmen erfolgreich..."

"Später, später, Bürgermeister", rief Flecki und stürmte an dem verdutzten Bürgermeister vorbei, "ich muss jetzt Kontakt mit Lieutenant Uhura aufnehmen!"

Während Flecki den ratlosen Bürgermeister einfach stehengelassen hatte und nun der Enterprise-Offizierin Bericht erstattete, stand Trampel verunsichert in einer Ecke und lauschte der heftigen Auseinandersetzung, die sich zwei Rennmäuse mit Goldi lieferten. Da es sich laut Goldi nicht einwandfrei um Trampel handelte, der zurückgekehrt war, sondern um irgendein lumpiges Stachelschwein, bestand Goldi darauf, die Wette gewonnen zu haben. Die Rennmäuse Rababert und Weichbert jedoch waren der Ansicht, dass sie die Wette gewonnen hatten, da lediglich Trampels Aussehen ein klein wenig verändert worden war.

In der Zwischenzeit hatte Lt. Uhura grünes Licht für einen erneuten Startversuch der Enterprise gegeben, und die weitere Diskussion zwischen Rennmäusen und Goldi wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Erneut wurde der Starthebel umgelegt, doch dieses Mal gab es keinen selbstgefällig grinsenden Bauleiter; ganz im Gegenteil. Murksel hatte sich still und leise am Replikator ein Stückchen Eis besorgt und kühlte damit seine enorm fette Beule. Sein Bedarf an Reparaturen war für diesen Tag gedeckt, und zudem schmerzte sein Kopf so heftig, dass ihn jedes laute Geräusch zusammenschrecken ließ.

Als die Maschinen der Enterprise wieder anliefen und das Bordlicht wieder aufleuchtete, schloss er die geblendeten Augen und machte ein schmerzverzerrtes, leidendes Gesicht. Als dann lauter Jubel an Bord der Enterprise ausbrach, machte er erneut ein schmerzverzerrtes, noch mehr leidendes Gesicht und hielt sich mit den Pfoten beide Ohren zu. Bei seinen Kollegen herrschte bis auf eine Ausnahme allerbeste Stimmung. Goldi hatte sich unterdessen mit den Rennmäusen Rababert und Weichbert auf ein faires Unentschieden geeinigt, während Trampel sein Spiegelbild in einem chromverzierten Tischbein betrachtete und über seine weitere Zukunft nachdachte.

Es störte auch niemanden, dass der Bürgermeister eine launige Rede hielt und neben sich selbst auch die auf der Brücke tätige Mannschaft lobte. Es störte auch niemanden, dass sich der Bauleiter dabei die Ohren zuhielt. Die Stimmung war ungemein gut, natürlich bis auf den bereits erwähnten Bauleiter und bis auf eine Ausnahme, und die hieß Trampel. Ein wenig abseits von den anderen stand er, als Goldi auf ihn zu trat:

"Kopf hoch, Trampel, nur Fledermäuse lassen sich hängen. Hast du übrigens schon mal dran gedacht, den Friseur zu wechseln?"

In diesem Moment wurde die ausgelassene Stimmung urplötzlich durch einen lauten Aufschrei unterbrochen. Ein Schrei, ausgestoßen vom Anführer der Rennmäuse ließ alle aufhorchen. Flauschbert starrte auf den großen Hauptmonitor. Mit zitternder Pfote zeigte er auf irgendetwas auf dem Bildschirm. Wahbert, Huhbert, Rababert und die anderen Rennmäuse gesellten sich zu ihm und schienen sofort zu verstehen, was Flauschbert in Aufregung versetzte. Nur die Hamster verstanden die ganze Aufregung nicht und glotzten verständnislos. Flecki und Goldi sahen einander fragend an, und selbst Trampel unterbrach seine leidende Miene und warf abwechselnd einen Blick auf den Monitor und dann wieder auf die Rennmäuse. Der Bürgermeister, der mit seiner Rede noch nicht ganz fertig war, wirkte zunächst ein wenig verärgert, doch da er es gewohnt war, dass seine Reden hin und wieder abrupt beendet wurden, ließ er sich nichts anmerken und watschelte auf Flauschbert zu.

"Öhm, tja, kann ich irgendwie helfen, mein lieber Kollege Flauschpferd?"

"Bert", stammelte die Rennmaus, "Flauschbert, Herr Bürgermeister." Er zeigte erneut auf einen Abschnitt des Hauptbildschirms und fuhr fort: "Wir nähern uns unserem Heimatplaneten! Dort ist das Sternzeichen des Warzenschweins, dort sind wir zu Hause!"

"Aha, Warzenschwein, sehr interessant, und wie Dings, äh, weiter?"

"Nur Warzenschwein, Herr Bürgermeister, es hat keinen Nachnamen."

"Öhm, ich, äh, meine nicht das Schwein, ich meine, wie geht das nun weiter?"

"Na ja, wir müssen nun auf den Planeten zurück..."

"Und den Klingonen so richtig eins auf die Fresse hauen!"

Flauschbert drehte sich zu Goldi um, strahlte ihn an und rief: "Ich wusste, dass ihr euer Versprechen halten würdet und uns nicht im Stich lasst! Wir haben es satt, uns immer verstecken zu müssen, wir haben es satt, immer verkloppt zu werden, wir sind freie Wesen und wollen auch frei sein!"

"Habt ihr Knallköpfe schon mal überlegt, wie wir das überhaupt machen wollen?" mischte sich nun Flecki ein, die das Ganze natürlich schon eine Weile belauscht hatte. "Den Transporter können wir vergessen, der ist kaputt. Wie wir mit der Enterprise landen wollen, das weiß auch keiner. Es bleibt nur noch das Winzschiff der Rennmäuse, doch wenn wir das nehmen, können wir keine Waffen mitnehmen. Abgesehen davon passen wir ja wohl nicht alle in das Rennmausschiff, oder? Bürgermeister, sag du mal was dazu!"

Flecki stemmte ihre kleinen Pfoten in die ebenso kleinen Hüften und drehte sich erwartungsvoll zum Bürgermeister um. Auch die Rennmäuse und die Hamster wandten sich ihm zu - mit Ausnahme von Bauleiter Murksel, der nach wie vor mit einem Stück Eis auf dem Kopf neben dem Replikator lag, und dem alles ziemlich egal war. Verzweifelt versuchte der hilflose Bürgermeister genau diesen Bauleiter Murksel zu sich zu winken, doch ohne Erfolg. Der Bürgermeister räusperte sich und versuchte, tapfer in die Runde zu blicken. "Öhm, tja, meine lieben Hamster", begann er und fügte sofort hinzu: "und natürlich meine lieben Rennläuse, äh, Mäuse, sozusagen. Große Zeiten erfordern großen Taten, wie man bei uns in Hamsterhausen sagt..."

"Das sagt man in Hamsterqualle!" warf Flecki empört ein.

"Äh, ja, danke, Dings, äh, Flecki. Also, wo war ich stecken-, äh, stehengeblieben? Richtig, große Zeiten erfordern großen Taten, wie man in Hamsterqualle sagt, und ein Hamster, eine Entscheidung, wie man in Hamsterhausen..."

"In Hamsterhügel!"

Der Bürgermeister warf Flecki einen wütenden Blick zu, ließ seine Zähne kurz aufblinken und fuhr lächelnd fort: "Die Dings, also die großen Zeiten erfordern großen Taten, wie man in Hamsterqualle sagt, und ein Hamster, eine Entscheidung, wie man in Hamsterhügel sagt, all das, wie ich betonen möchte und wie es ist."

"Wie was ist?"

Der Bürgermeister drehte sich verwirrt zu Flecki um: "Öhm, wie, wie was ist?"

"Na, all das - was ist denn nun damit? Wo bleibt die Satzaussage?"

Der Bürgermeister blinzelte verlegen. "Die Satzaussage, die, äh, die hatte ich eben noch..."

"Genial", grölte Goldi, "wenn er für jeden überflüssigen Satz einen Baum pflanzen würde, müssten wir uns um das Baumsterben keine Sorgen mehr machen!"

Zum verlegenen Blinzeln gesellte sich nun ein nervöses Tippen seiner rechten Pfote auf dem Boden hinzu, und der Bürgermeister versuchte, die Situation mit einem gespielten Lächeln zu überbrücken.

"Hä, hä, das war mir natürlich sozusagen klar, das mit der Dingsaussage. Wie wir in Hamsterhausen immer zu sagen pflegen, hat jedes Ding drei Seiten..."

"In Hamstercity!" warf Flecki empört ein. "Und außerdem hat jedes Ding nur zwei Seiten!"

"Leute, könnt ihr mal aufhören, so rumzubrüllen?" meldete sich nun der Bauleiter. Er hatte seinen Kopf ein wenig gehoben und hielt mit einer seiner Pfoten ein Stück Eis fest, damit es ihm nicht von der Stirn rutschen konnte. "Mir platzt gleich der Kopf! Kennt ihr denn gar keine Rücksichtnahme?"

"Ich bin zutiefst gerührt, sprach der Teig", warf Goldi grinsend ein, "wie konnten wir nur so rücksichtslos sein!"

"Ja, wirklich", rief Tuffi so laut sie konnte, "etwas mehr Rücksicht bitte!" Damit es jeder mitbekam trommelte sie mit ihren Pfoten heftig auf dem Tisch herum, auf dem sie gerade saß. "Der Herr Bauleiter braucht Ruhe! Habt ihr verstanden: RUHE!"

Der Bürgermeister räusperte sich kurz, sein Blick fiel auf den sich windenden Murksel, dem das Stück Eis heruntergefallen war und der sich nun verzweifelt die Ohren zuhielt. Dann fuhr er fort: "Wir, öhm, müssen jetzt strategisch vorgehen, sozusagen." Er schaute sich kurz um und sah viele Hamster und Rennmäuse, die ihn erwartungsvoll anstarrten. "Sozusagen, dings-, planvoll, ohne Risiko und so." Alles starrte ihn weiterhin an. "Gewissermaßen, Handeln ohne Überstürzung, wie man in Ham..., äh, in Dings sagt. Ich, äh, erwarte Vorschläge."

Er wischte sich ein paar Schweißperlen, die sich auf seinem Fell gebildet hatten, unauffällig ab und sah sich um. Stille, allgemeines Schweigen war um ihn herum. Sein Blick fiel erneut auf den Bauleiter, doch der war im Moment alles Andere als eine Hilfe, denn mittlerweile schnarchte er friedlich vor sich hin. Auch gut, dachte der Bürgermeister, dann ist er wenigstens schnell wieder fit. Jedoch war dieses leise Schnarchen das einzige, was sich auf der Brücke tat. Der Bürgermeister wurde langsam immer nervöser. Dann hatte er eine Idee. "Wo is'n das Plüschum? Das könnte uns doch jetzt helfen!"

Hamster und Rennmäuse schauten einander fragend an. Dann trat Flauschbert hervor und sagte: "Das weiß leider niemand, Herr Bürgermeister, das Plüschum kommt nur dann, wenn es das für notwendig hält."

Diese Antwort stürzte den Bürgermeister in tiefe Grübelei. Ja, das war es: Sie mussten das Plüschum rufen, aber wie? Wie konnten sie das Plüschum auf sich aufmerksam machen? Er verfiel erneut ins Grübeln und lief auf der Brücke hin und her, ohne es überhaupt selber zu merken. Gebannt verfolgte die Mannschaft seine trippelnden Schritte, alle bewegten ihre Köpfe mal nach links und mal nach rechts, je nachdem, wo sich das grübelnde Etwas gerade befand. Nach einer halben Stunde Fußmarsch blieb er urplötzlich stehen, fasste sich an den Kopf und verharrte in dieser Position.

"Ist sein Gehirn wieder hängengeblieben?" fragte Teeblättchen mit breitem Grinsen und handelte sich einen strafenden Blick von Flecki ein.

"Wenn es nur das wäre", knurrte sie, "doch wer weiß, was der Kerl gerade wieder ausbrütet."

Hamstern und Rennmäusen blieb nichts weiter übrig, als abzuwarten. Natürlich juckte es Flecki in den Pfoten, sich bei Lt. Uhura zu melden, doch was sollte sie erzählen? Dass der Bürgermeister nachdachte, und das seit etlichen Minuten? Nein, das wäre zu peinlich. Besser wäre es, erst einmal abzuwarten, was bei all dieser Grübelei herauskommen würde. Wenn es zu schlimm kommen würde, dann.... In diesem Moment fuhr Flecki herum. Der Bürgermeister bewegte sich wieder! Langsam ließ er seine Pfote sinken und ging ein paar Schritte hin und her. Alle Augen waren auf ihn gerichtet, und er war sich dessen bewusst.

"Ich glaube, ich weiß, wie wir vielleicht das Plüschum zur Hilfe holen können", begann er vorsichtig. Er trippelte erneut ein paar Schritte aufgeregt hin und her. Dann fuhr er fort. "Also, das Dings, äh, Plüschum ist ja aus der Topfpflanze gekommen, ihr erinnert euch? Unser veganischer Freund?"

"Ja, ja, aus dem Beta-Geranien-System", gähnte Goldi. "Seine sterblichen Überreste liegen noch dahinten neben dem Sessel von Captain Kirk." Wobei er die Worte Captain und Kirk mit einer gewissen Betonung aussprach, die keinen Zweifel daran aufkommen ließen, dass Goldi den Bürgermeister auf dem Sessel eines echten Raumschiffkapitäns schlichtweg für eine katastrophale Witzfigur hielt. "Und was willst du mit dem Schrott jetzt anfangen?"

"Öhm, tja, ich denke da an eine dentale Vernetzung, äh, mentale Verätzung, ach was, dieses Dingskirchen, was die Rennmäuse draufhaben."

"Eine Mentalverschmelzung, Herr Bürgermeister?" warf Weichbert, der direkt neben ihm stand, ein.

"Das ist nicht ohne Risko", mischte sich Flauschbert ein. "Zudem befindet sich das Plüschum nicht mehr in der Pflanze."

"Aber bestimmt noch im Puffer des Transporters", rief Flecki.

"Woher weißt denn du das?" fragte Goldi ungläubig.

"Ha", triumphierte Flecki, "das habe ich aus dem Computer. Da stand nämlich etwas über die Funktionsweise des Transportersystems. Wenn ich jetzt noch etwas über das Navigieren des Schiffs finden würde..."

"Bloß nicht", keuchte Goldi, „mir genügen schon die vielen Frauen am Steuer in Hamsterhausen!"

"Ach ja", fauchte Flecki, "schon mal davon gehört, dass Frauen die besseren Fahrer sind?"

"Klar", grinste Goldi hinterlistig. "Völlig klar. Frauen fahren besser. Und zwar besser mit Bus und Bahn."

Während Goldi machte, dass er davonkam, um Fleckis Rache zu entgehen, erwachte Bauleiter Murksel. Er gähnte und streckte sich und sah sich um. Er sah das vertraute Bild eines flüchtenden Goldis und einer aufgebrachten Flecki. Dann stand er langsam auf und befühlte seinen Schädel. Es ging ihm besser, viel besser sogar. Neugierig ging er zu der Gruppe der Hamster und Rennmäuse, die um den Bürgermeister herum standen.

"Äh, geht es Ihnen besser, lieber Herr Bauleiter?" fragte Tuffi verlegen, als sie Murksel plötzlich neben sich stehen sah.

"Danke der Nachfrage, es geht mir gut, sehr gut sogar. Ich überlege gerade, welche winzig-kleinen Tätigkeiten ich noch für dich vorgesehen habe. Aber dazu später mehr. Was'n mit dem Bürgermeister?"

"Der will sich einschmelzen lassen, Herr Bauleiter."

"Eine sehr gute Idee, finde ich. Daran könnten sich andere Bürgermeister mal ein Vorbild nehmen. Aber wieso will er sich einschmelzen lassen?"

"Nicht einschmelzen, lieber Herr Bauleiter. Der verehrte Herr Bürgermeister will eine mentale Verschmelzung mit dem Puffer des Transporters eingehen, oder genauer gesagt, mit dem, was sich im Puffer befindet."

Der Bauleiter glotzte Flauschbert an, als hätte der soeben etwas völlig Idiotisches gesagt.

"Also, die erste Idee fand ich besser. Aber was, bitteschön, soll in dem Puffer drin sein?"

"Das Plüschum".

"Ja, öhm, genau", mischte sich nun leider der Bürgermeister ein, "die Mutter des Puff, nee, der Musterputer des..."

"Musterpuffer des Plüschums", korrigierte ihn Rennmaus Flauschbert.

"Ja genau, also wie mein verehrter Kollege soeben erwähnte, und somit möchte ich abschließend dem soeben Erwähnten zustimmen, äh, sollten wir diesen Dings, äh, Puffer uns vornehmen. Sicherlich kann unser allseits gesetzter, äh, geschätzter Bauleiter sich das mal angucken."

"Ach ja", krächzte Murksel, "kann er das? Und was, bitteschön, soll der geschätzte Bauleiter machen? Ich bin doch nicht euer Hanswurst! Keiner weiß, wie so ein Ding aussieht, keiner weiß, wie es funktioniert, keiner weiß, wie ich das Plüschdings rausholen kann, und keiner weiß..."

"Nun mach mal halblang, Bauleiter", fauchte Flecki, der das langsam alles auf den Keks ging. "Wie so ein Musterpuffer aussieht, ist im Computer genau beschrieben. Wo er liegt, ist auch genau beschrieben, und wie er ausgebaut wird, ist ebenso genau beschrieben. Da steht sogar drin, dass man die Pole nicht vertauschen darf, weil..."

"Ach ja", unterbrach Murksel sie, "und wie weiter?"

"Dann werden wir versuchen, den Inhalt des Musterpuffers auf den Herrn Bürgermeister mit Hilfe unserer Mentalkräfte zu übertragen", wisperte Flauschbert.

"Gut", entgegnete Bauleiter Murksel und zuckte mit den Schultern. "Versuchen kann ich es ja."

Nun folgten hektische Aktivitäten auf der Brücke und im Transporterraum. Flecki stand eine ganze Weile mit dem Bauleiter am Computer der Enterprise und zeigte, was sie alles über die Beschreibung der Transportertechnologie gefunden hatte. Im Prinzip war es eine recht einfache Sache, und da der Austausch des Musterpuffers zu den häufig vorkommenden Wartungsarbeiten gehörte, war ein Wartungsschacht vorhanden, über den solch eine Arbeit vorgenommen werden konnte. Der Bauleiter sah das natürlich anders und erst nach einer lautstarken Diskussion lief die Sache endlich an.

Die Rennmäuse Rababert, Haubert und Schlagbert machten sich in der Zwischenzeit daran, einen ihrer Helme so weit zu reparieren, dass er zumindest für ein paar Minuten die erforderliche Unterstützung für eine Mentalverschmelzung bieten würde. Da der Platz neben dem Replikator nach Murksels Genesung wieder frei geworden war, ließ Goldi sich dort nun nieder, um sich mental vorzubereiten, wie er seinen Kollegen glaubhaft machte, oder es zumindest versuchte, es ihnen glaubhaft zu machen.

Flecki bedachte ihn mit einem verächtlichen Blick und tat das, was ihr schon seit Stunden auf dem Herzen gelegen hatte, sich nämlich bei Lt. Uhura und Fähnrich Chekov zu melden. Zwar war ihr klar, dass die beiden sich gemeldet hätten, falls es irgendwelche Neuigkeiten gegeben hätte, doch es war Flecki ebenso klar, dass die beiden Offiziere insgeheim auf einen Anruf der Hamster warteten. In der Tat war Lt. Uhura hoch erfreut, dass sich der Hamster bei ihr außerplanmäßig meldete. Von der Tatsache, dass der Bauleiter sich genau in diesem Moment mal wieder am Transporter zu schaffen machte, erwähnte sie vorsichtshalber nichts.

Uhura hatte zu berichten, dass es ihr und Chekov gelungen war, die Ursache für das merkwürdige Verhalten der beiden Offiziere zu finden, das sie jedes Mal an den Tag legten, wenn sie den Maschinenraum verließen. Es handelte sich offensichtlich um ein Leck in einer Leitung und zwar in einer Leitung, die ausgerechnet Lachgas transportierte. Beide Offiziere waren zurzeit damit beschäftigt, die genaue Stelle, wo die Leitung undicht war, herauszufinden. Zu gegebener Zeit wäre es dann die Aufgabe der Hamster, die Atemmasken aus der Asservatenkammer der Enterprise zu holen und in den Maschinenraum zu schaffen, was sicherlich eine interessante Aufgabe für Dodo sein würde.

Was den bevorstehenden Einsatz auf dem Planeten der Rennmäuse betraf, dauerte es eine ganze Weile, bis Lt. Uhura überhaupt ihre Sprache wiedergefunden hatte. Sie war nicht sicher, ob die Erste Direktive der Nichteinmischung in Angelegenheiten anderer Völker, die für Raumschiffbesatzungen gilt, auch auf Hamster zutraf. Nach langen Diskussionen musste Uhura feststellen, dass Hamster ihre festen Prinzipien haben, und dass es für einen Hamster unmöglich ist, ein gegebenes Wort zurückzunehmen. Das galt in diesem Falle dafür, dass die Hamster den Rennmäusen versprochen hatten, ihnen gegen die Unterdrückung durch die klingonischen Hamster zu helfen.

"Na schön", seufzte Lt. Uhura nach einer halbstündigen Diskussion. "Chekov ist im Moment verzweifelt damit beschäftigt, die Navigationskonsole in den Maschinenraum umzuleiten. Ehrlich gesagt, sind wir bisher nicht sonderlich von euren Navigationskünsten begeistert."

Flecki schluckte und warf einen Blick auf ihre Kollegen. Bauleiter Murksel war in der Zwischenzeit mit einem Chip in der Pfote aus dem Transporterraum zurückgekehrt und stolzierte wie ein eitler Gockel herum. Neben ihm lief der Bürgermeister aufgeregt im Kreis herum, Goldi lag noch immer neben dem Replikator und bereitete sich mental vor, Dodo war auf der Navigationskonsole eingeschlafen, Tuffi spielte an den Knöpfen eines Monitors herum, Trampel war verzweifelt dabei, sein Fell zu glätten, und der Rest der Hamstertruppe spielte Karten mit den Rennmäusen.

"Da hast du wohl leider Recht, Uhura, wir sind für so etwas wohl nicht geschaffen."

Lt. Uhura schwieg einen Moment, was wohl Zustimmung signalisieren sollte, dann fuhr sie fort: "Was die Klingonen betrifft, so sind wir schon oft auf sie getroffen, allerdings nicht, wie in eurem Fall, auf die Hamstischen Klingonen. Keine Ahnung, ob die genauso sind. Eines ist aber wichtig: Ihr dürft keine Angst zeigen, das halten sie für eine unverzeihliche Schwäche. Es wäre sicherlich von Vorteil, wenn ihr bewaffnet wärt." Sie hatte den letzten Satz ganz langsam und bedächtig ausgesprochen. Natürlich entging es ihr, dass Flecki in diesem Moment mit riesengroßen Augen entsetzt auf das Mikrophon starrte. Die Vorstellung, mit einer Waffe in der Hand Jagd auf irgendwelche Lebewesen zu machen, gefiel ihr überhaupt nicht. Es musste doch eine friedliche Lösung geben!

"Was für Waffen habt ihr denn so?"

Flecki bemerkte erst in diesem Moment, dass Goldi sich herangeschlichen und in die Diskussion eingemischt hatte.

"Typisch", fauchte sie Goldi an, "kaum geht es um Knallkram und Ballerei, dann bist du der erste, der Hurra schreit!"

"Das Problem, Flecki", fuhr die Offizierin fort, ohne auf Goldis Frage einzugehen, "liegt darin, dass die Waffenkammer verschlossen ist. Sie kann nur mit der Autorisation von Captain Kirk geöffnet werden, und der ist zurzeit leider weit weg. Allerdings weiß ich, dass der Captain für Notfälle auf der Brücke eine Waffe im seiner Armlehne versteckt hat. Mittels des Replikators könntet ihr Waffen für alle herstellen, allerdings müsst ihr dem Replikator mitteilen, dass ihr eine Reduzierung um, sagen wir mal, Faktor 6 oder 7 wünscht. Das sollte ausreichen. Lies dir bitte in der Datenbank alles über den Gebrauch von Handphasern durch. Uhura Ende!"

Flecki schaute sich vorsichtig um, ob Dodo in der Nähe war, doch der lag immer noch auf der Tastatur und gähnte. Offenbar war er soeben endlich wach geworden. Prima, dachte sie, der kann die Waffe zum Replikator tragen. Sie winkte Dodo zu, der jedoch verschlafen zurückwinkte und nichts begriff. Flecki atmete tief durch und lief weiter zum Bürgermeister, der noch immer in eine Diskussion mit Bauleiter Murksel verwickelt war.

"Das war doch nicht mein Ding, Herr Bürgermeister, Sie kennen mich doch. Ich kann doch meine Augen nicht überall haben! Unfähige Mitarbeiter gibt es leider immer wieder, da ist auch der beste Vorgesetzte machtlos. Das kennen Sie doch sicherlich aus eigener Erfahrung."

Der Bürgermeister nickte nachdenklich. "Dennoch, mein lieber Murksel, wir können von Glück dingsen, dass bei dem Umbau niemand zu Schaden gekommen ist, mal abgesehen davon dass die Dings, äh, die neue Sporthalle eine Menge Geld gekostet hatte. Wie war das denn überhaupt möglich?"

"Hamstisches Versagen, lieber Bürgermeister. Ich hatte meinem Reparaturteam ausdrücklich gesagt, die Schweißarbeiten müssen in 2 Stunden fertig sein. Dabei haben diese Trottel eine tragende Eisenstütze weggeschmolzen..."

"Darf ich mal stören? Der Bauleiter kann sich ja später weiter herausreden", unterbrach Flecki die geistreiche Unterhaltung. "Es geht um die Bewaffnung unseres Einsatzteams gegen die klingonischen Hamster..."

Schlagartig befand sich Flecki im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses. Sie erzählte ausführlich von ihrem Gespräch mit Lt. Uhura. Als sie ihren Vortrag beendet hatte, gingen alle Blicke zum Stuhl des Captains, neben dem die Reste eines Blumentopfes und seines Inhalts lagen. "Na schön, Leute", brummte Bauleiter Murksel, "lasst uns die Waffe holen. Wir machen ein paar Kopien und dann holen wir das Plüschum herbei!"

Das Holen der Waffe erwies sich als nicht so einfach, wie zunächst gedacht. Auf den ersten Blick war an der Armlehne des Stuhls des Captains nichts Auffälliges zu sehen. Es war schließlich Trampel, der den Geheimknopf fand. Was wie ein Stück Verzierung wirkte, war tatsächlich ein kleiner Knopf. Wenn man darauf drückte, dann wurde eine Stahlfeder aktiviert und eine kleine Schublade schoss seitlich hervor. Leider konnte sich Trampel nicht sonderlich über seinen Fund freuen, da die seitlich hervorschießende Schublade ihn voll erwischte. Er lag jammernd und nach Luft hechelnd in einer Ecke, während seine Kollegen ihm applaudierten.

Dann war Dodo an der Reihe und schleppte laut stöhnend und lamentierend die in der Schublade versteckte Phaserpistole zum Replikator. Es dauerte eine Weile, bis Goldi den richtigen Verkleinerungsfaktor gefunden hatte, denn Faktor 6 oder 7 war von Uhura doch ein wenig zu hoch angesetzt. Schließlich fanden alle, dass die Phaserpistolen bei einem Verkleinerungsfaktor von 4,7 genau die richtige Größe für Hamster- und Rennmauspfoten aufwiesen.

Während Flecki aufgeregt von einem Hamster zum anderen und von einer Rennmaus zur nächsten flitzte, um sie über den Gebrauch des Phasers und seine Gefahren aufzuklären, legte der Bauleiter den Transporterchip auf den Boden. Den Rennmäusen Rababert, Haubert und Schlagbert war es in den letzten Minuten gelungen, einen der zerstörten Helme so weit zu reparieren, dass er für einen kurzen Einsatz tauglich war. Dann war es soweit, und der Bürgermeister legte sich auf den Boden; sein Kopf lag dabei genau auf dem Chip, in dem sich ein Muster des Plüschums befand.

Rennmaus Labert setzte sich den Helm auf, denn er verfügte von allen Rennmäusen über die stärksten mentalen Kräfte. Zusammen mit Flauschbert, Tretbert und Schlagbert bildeten sie nun einen Kreis um den am Boden liegenden Bürgermeister. Dann schlossen die vier Rennmäuse ihre Augen. Ein hohes Summen, das aus dem Helm kam, erfüllte den Raum. Dann schrie Labert kurz auf, der Helm flog rauchend von seinem Kopf und die Rennmäuse öffneten erschrocken ihre Augen. Der Bürgermeister lag noch immer am Boden, hatte jedoch die Augen geöffnet und es schien, als erwache er aus einem tiefen Schlaf. Sein Blick ging prüfend von einem zum anderen und blieb schließlich auf Dodo hängen.

"He, Navigator, was haben Sie mir zu sagen?"

Erschrocken wich Dodo zurück, doch Goldi, der direkt hinter ihm stand, schob ihn wieder nach vorne.

"Wird's bald?" bellte der Bürgermeister.

Dodo versuchte erneut zu fliehen, doch wieder schob ihn Goldi zurück "Los, sag doch irgendetwas, Dodo", flüsterte Goldi ihm ins Ohr, während Dodo mal wieder den Tränen nahe war und den Bürgermeister schüchtern ansah. Als Goldi ihn erneut anstupste, öffnete Dodo endlich den Mund und sprach:

"Wenn es an der Haustür klingelt, sind es noch drei Schritte bis Weihnachten."

"Mann, haben Sie getrunken? Im Dienst? Sie sind eine Schande für die Raumflotte!"

"Aber, Herr Bürgermeister", heulte Dodo nun los, "ich kann doch auch nichts dafür, dass mir gerade jetzt dieser Satz eingefallen ist und außerdem, Herr Bürgermeister..."

"Und außerdem", fuhr im der Bürgermeister schneidig ins Wort, "außerdem bin ich kein Bürgermeister - ich bin Khan, der mächtige Imperator Khan!"

 

Weiter: Auf und Davon (Kapitel 29) - Golspie